Meine Damen und Herren, liebe Kinder,
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An alle privatwirtschaftlichen Jugendschützer mit monetärem Eigeninteresse: Ich kam schon abgemahnt auf die Welt, aber auch mir ist klar: Platz für Gier ist im kleinsten Hirn!

 

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Abgelegt unter: Vorratsdatenspeicherung

Petition gegen Vorratsdatenspeicherung - zeichne mit!

Die Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die verdachtlose Vorratsdatenspeicherung nicht zulässig ist. Darüber hinaus möge er die Bundesregierung auffordern, sich für eine Aufhebung der entsprechenden EU-Richtlinie und für ein europaweites Verbot der Vorratsdatenspeicherung einzusetzen.

Ich hab' ja vor Wochen schon für diese Petition hier (und drüben auch) geworben, und hoffe, dass einige der Leser hier ihren virtuellen Arsch hochgekriegt haben, um etwas für ihre Klick-Zukunft im Netz zu tun.

Da jetzt aber die Frist für das Mitzeichnen abläuft, wär's gut, wenn heute noch ca. 18000 Leute mitzeichnen. Einfacher kann man seinem politischen Willen kaum Ausdruck verleihen.

Petition zur Vorratsdatenspeicherung

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die verdachtlose Vorratsdatenspeicherung nicht zulässig ist. Darüber hinaus möge er die Bundesregierung auffordern, sich für eine Aufhebung der entsprechenden EU-Richtlinie und für ein europaweites Verbot der Vorratsdatenspeicherung einzusetzen.

 

Ich hab' vor Wochenfrist schon dazu aufgerufen, diese Petition mitzuzeichnen, und tue es nun wieder. Zeichnet diese Petition mit: Petition: Strafprozessordnung - Verbot der Vorratsdatenspeicherung vom 15.03.2011

Falls noch wer einen Anreiz braucht, um den Mut zum Klick zu finden:

Begründung

Im Zuge einer Vorratsdatenspeicherung werden ohne jeden Verdacht einer Straftat sensible Informationen über die sozialen Beziehungen (einschließlich Geschäftsbeziehungen), die Bewegungen und die individuelle Lebenssituation (z.B. Kontakte mit Ärzten, Rechtsanwälten, Betriebsräten, Psychologen, Beratungsstellen usw.) von 500 Millionen Europäern gesammelt. Eine derart weitreichende Registrierung des Verhaltens der Menschen in Deutschland ist inakzeptabel. Eine Vorratsdatenspeicherung höhlt Anwalts-, Arzt-, Seelsorge-, Beratungs- und andere Berufsgeheimnisse aus und begünstigt Datenpannen und 
-missbrauch. Sie untergräbt den Schutz journalistischer Quellen und beschädigt damit die Pressefreiheit im Kern. (Deutscher Bundestag: Petitionen)

Bürgerbeteiligung an Politik ist möglich.

 

Die Grundpfeiler der Freiheit imprägnieren

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die verdachtlose Vorratsdatenspeicherung nicht zulässig ist. Darüber hinaus möge er die Bundesregierung auffordern, sich für eine Aufhebung der entsprechenden EU-Richtlinie und für ein europaweites Verbot der Vorratsdatenspeicherung einzusetzen.

In eigenem Interesse: Link anklicken, lesen, verstehen, nachdenken, nächsten Link klicken, mitzeichnen.

Nackt auf dem Daten-Jahrmarkt

Passend zu den Themen Vorratsdatenspeicherung und Facebook, die gestern in Virtu(ell)nwaswirkönnen in den letzten beiden Artikeln Thema waren, kommt dieser Filmbericht von ZDFzoom "Hilfe, ich bin nackt". Die ZDFzoom-Redaktion hat mal genauer hingeschaut, welche Daten die Menschen ins Internet über sich entlassen. Es geht dabei um die großen Communities, die Bilderdienste, die Smartphones und die Programme, die sogenannten Apps, die wir nutzen.

Richtig interessant wird der Filmbeitrag beim Thema Smartphones und Apps. Da dürften viele Zuschauer mal die Luft anhalten. Doch auch die Geschäftsbedingungen der großen Communities sind ein Knaller. 

ZDFzoom: Hilfe, ich bin nackt!
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15.06.2011 22:45
ZDFzoom: Hilfe, ich bin nackt! 
Facebook, Google und Apple haben zusammen mehr Daten als jedes Einwohnermeldeamt. Wie nackt sind wir im Netz? Wir geben die Antwort in ZDFzoom.
VIDEO,Dauer: 29 Minuten
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Source: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1359994/ZDFzoom-Hilfe,-ich-bin-nackt?flash=off

Es gibt über dieses Thema viel zu sagen, denn die Materie ist komplex. Natürlich geht es nicht nur um dämliche User, die naiv ihre Daten ins Netz blasen. Es geht natürlich auch um nicht aktuelle Gesetzgebungen, die es zum Beispiel Versicherungen noch erlauben solche Daten überhaupt zu verwerten und quasi völlig sinnverdrehend gegen diejenigen zu richten, für die sie da sein sollen. Hier ist der Staat gefragt, und damit natürlich der Bürger, denn wie man sieht, kann man sich nicht auf den Staat verlassen, wenn einer seiner Beamten öffentlich, wie im Filmbeitrag zu sehen, das Internet als rechtsfreien Raum bezeichnet. Ich würde hier als Innenminister im Boden versinken wollen, wenn einer meiner Beamten so einen Schwachsinn von sich gibt.

Genau das zeigt aber das Problem: Unsere Administration ist hoffnungslos mit der modernen Informationsgesellschaft und ihren Problemen überfordert. Darum ist es so wichtig, dass Bürger sich informiert und Meinung zeigt. Ich verweise an dieser Stelle noch einmal auf den Artikel "Vorratsdatenspeicherung - Sag Nein!" und die darin vorgestellte Unterschriftenaktion von Campact. Nehmt daran teil und verbreitet die Information. Wir müssen unser Datenproblem unter Kontrolle kriegen und die Politik alleine wird es nicht richten.

Vorratsdatenspeicherung? Sag Nein!

Es gibt meiner Erfahrung nach Schlüsselworte, bei denen der surfende und fernsehschauende Bürger hirntechnisch ein PAL-Feld (Problem-Anderer-Leute, siehe Wikipedia) einschaltet und sofort wegschaut, übersieht und ignoriert. Eins dieser Schlüsselworte ist das Wort "Vorratsdatenspeicherung".  

Noch da!? Sehr gut. Ich weiß, das Thema ist so sexy, wie die Feinrippunterhose vom Opa. Trotzdem geht es in diesem Artikel aber um die Vorratsdatenspeicherung. Glaubt mir, ich kann das Gestöhne verstehen. Ich kann's auch nicht mehr hören. Das ewige Hin und Her um die Ausspähung des kommunizierenden Teils der Bevölkerung ermüdet und verwirrt. Der verschwörungsaffine Mensch argwöhnt an dieser Stelle natürlich eine Taktik der herrschenden Klasse. Kann sein - wenigstens zum Teil.

Im Prinzip ist es auch egal, denn es hilft ja nichts: Das ist kein Problem anderer Leute - das ist unser Problem! Noch dazu ist es, wie die Atomkraft, ein Problem mit zunächst verführerisch einfachen Lösungen, aber unglaublichen Spätfolgen. Sich zurücklehnen und Politik machen lassen, wäre, wie in Sachen Atomkraft, fatal.

Es ist im Informationszeitalter wie in allen anderen Zeitaltern vorher, wenn die Administration sich bürgerliche Freiheiten unter den Nagel gerissen hat, dann gibt sie sie nicht wieder her. Freiheiten sind schwer kontrollierbar und teuer. Freiheiten sind unbequem. Sie sind sogar unbequem für die Bürger, die sie besitzen, denn sie wollen gepflegt werden, und sie verpflichten dazu sie zu nutzen. Der Bürger muss "wollen sollen". Das schrieb schon Montesquieu (1689 - 1745). Das bedeutet heute für uns, dass es nicht nur um die Freiheit geht, in der Mensch einfach tut, was ihm gerade beliebt, sondern, dass er aus Verantwortungsbewusstsein seiner Gesellschaft gegenüber seine demokratischen Freiheiten nutzt, um dem Erhalt dieser Werte für alle, auch den Andersdenkenden, zu dienen. Das schafft eigentlich erst Sicherheit. Die einzig wahre Sicherheit, in einer Gesellschaft zu leben, die die Würde jedes Menschen achtet, und darum allgemein Akzeptanz finden wird. Natürlich kommen an dieser Stelle die Religion, der Kapitalismus und die Tatsache, dass unser Globus in diesen Fragen quietscht und eiert, ins Spiel. Doch sollten wir, aus gegebenem Anlass, jetzt erst vor unserer eigenen Tür fegen.

Einschränkungen von bürgerlichen Freiheiten hingegen ermöglichen lediglich einfache und effiziente Kontrollen über die Gesellschaft. Das sind für Administrationen aber die wahrhaft verführerischen Aussichten, denn sie erweitern das Handlungsspektrum, schaffen simple Kontrollmöglichkeiten und schaffen so vermeintliche Sicherheiten, die als hohes Gut in einer Gesellschaft gelten, die Besitz als Wert an sich akzeptiert. Besitz aber erzeugt Ängste, Verlustängste, und genau damit spielen die vermeintlichen Sicherheitsangebote. Diesen einfachen Mechanismus muss sich Bürger klarmachen, wenn er sich mit diesen Fragen auseinandersetzt, und die Freiheit einer anderen Perspektive einnehmen will.

Freiheiten, die uns genommen werden, gibt uns keiner mehr zurück. Das dumme an der Sache ist nämlich, dass es mit jeder Einschränkung von Freiheit für den Bürger schwerer wird, mit legalen Mitteln für diese Freiheiten zu streiten. Folgt man der inneren Logik dieses Sicherheitsdenkens, dann ist es sogar geboten sukzessive immer mehr Freiheiten an den Staat abzutreten, denn die Ängste werden immer größer. Man muss nur in der Geschichte zurücḱschauen, um festzustellen, dass das administrative Streben nach Sicherheit jedesmal im Staatsterrorismus endete. Darum gilt: Wehret den Anfängen.

Die Vorratsdatenspeicherung ist so ein Anfang. Sie umfasst das Speichern von Telekommunikationsdaten, die wir Bundesbürger produzieren. Warum? Die Regierung will damit Verbrechen bekämpfen und Terror abwehren. Sie will Sicherheit durch Kontrolle erzeugen. Ein fatales Fehlurteil und ein Trugschluss mit Spätfolgen. Genau das hat das Bundesverfassungsgericht auch festgestellt, und hat am 02.März 2010 die Vorschriften der Regierung zur Vorratsdatenspeicherung außer Kraft gesetzt.

Jetzt will diese Regierung in Sachen Vorratsdatenspeicherung wieder Nägel mit Köpfen machen. Der Bürger ist darum aufgerufen, jetzt zu handeln. Genau wie mit dem Fukushima-Ereignis treten jetzt Ereignisse ein, die ein Handeln der Bürger dieses Landes notwendig machen. Information ist wieder mal erste Bürgerpflicht. Die entscheidende Frage: Warum ist die Vorratsdatenspeicherung Mist?

In aller Kürze: 
  1. Der kommunizierende Bundesbürger wird gläsern. 
  2. Die anfallenden Daten laden zu Missbrauch ein und die andauernden Datendiebstahls-Vorkommnisse zeigen, dass es keinen sicheren Datenschutz gibt. 
  3. Die bösen Jungs dieser Welt nutzen in jedem Fall anonymisierte Zugänge zum Netz und umgehen diese Vorratsdatenspeicherung.
Es gibt natürlich noch wesentlich differenziertere Argumente für und gegen die Vorratsdatenspeicherung. Die kann sich der interessierte Mensch aber ganz schnell hier im Netz zusammenklicken und erlesen. Ich erspare mir das jetzt und hier. Der entscheidende Punkt ist, dass die Regierung, genau wie im Fall Fukushima, erkennen muss, dass ihre Bürger ein aktives Interesse an diesem Problem zeigen, und vorschnellen und überstürzten Lösungen Einhalt gebieten wollen. Ein Weg, das zu tun, ist die Teilnahme an dieser Unterschriftenaktion:

Campact | Vorratsdatenspeicherung? Sag Nein!
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Hallo, die Bundesregierung plant erneut die Vorratsspeicherung von Telefon-, Email- und Internetdaten. Von allen Menschen sollen die Daten anlass- und verdachtsunabhaengig gespeichert werden. Damit wuerden wir Buerger/innen unter Generalverdacht gestellt und massiv in unsere Persoenlichkeitsrechte eingegriffen! Unterzeichne auch Du den gemeinsamen Appell von Campact und dem AK Vorratsdatenspeicherung an Innenminister Friedrich und Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger! http://tiny.cc/vorrat
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In Europa haben Menschen in früheren Jahrhunderten einen unglaublich schweren und verlustreichen Weg zurückgelegt, um die freiheitliche Gesellschaft zu ermöglichen, in der wir heute leben. Wir sollten das nicht aus Gründen kapitalistisch-paranoider Besitzstandswahrung wieder opfern. Freiheit ist unbequem, aber sie ist der Wert, den es zu verteidigen gilt, um sicher in Freiheit zu leben.

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung!

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung www.vorratsdatenspeicherung.de
www.vorratsdatenspeicherung.de

Ich weiß nicht, ob sich viele trauen, oder die Energie aufbringen, einfach bei einem FDP-Abgeordneten anzurufen, um ihn an eine versprochene Haltung gegenüber der Internet-Vorratsdatenspeicherung zu erinnern. Das ist nämlich die Idee, für die uns der AK Vorratsdatenspeicherung in dem Artikel „Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! - "Wort halten, FDP" - AK Vorrat ruft zu Telefonaktion auf (20.01.2011)“, begeistern will. Man liefert dort sogar  vorformulierte Argumente für das Gespräch mit den Volksvertretern. Anlass dafür sind aktuell stattfindende Gespräche innerhalb der Regierungkoalition über dieses Thema:

Schon anlässlich des heutigen Treffens des Koalitionsausschusses am Abend könnten CDU, CSU und FDP die Wiedereinführung einer Vorratsdatenspeicherung in Deutschland vereinbaren, befürchten die im AK Vorrat zusammen geschlossenen Bürgerrechtler, Datenschützer und Internetnutzer. Um dies zu verhindern, sollen besorgte Internetnutzer heute telefonisch eine Sperrminorität von mindestens 21 FDP-Bundestagsabgeordneten überzeugen, öffentlich zuzusichern, dass sie - wie von der FDP wiederholt beschlossen - der Wiedereinführung einer Vorratsdatenspeicherung unter keinen Umständen zustimmen werden, auch nicht der von der Bundesjustizministerin vorgeschlagenen Internet-Vorratsdatenspeicherung. (aus: „Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! - "Wort halten, FDP" - AK Vorrat ruft zu Telefonaktion auf (20.01.2011)“ )

Tut mir leid, die FDP, in ihrer jetzigen Lage, zum Widerstand gegen den CDU-Populismus in dieser Sache zu bringen, ... pfff ... Da könnte ich auch meinen Hund bitten, das Fernsehprogramm vorzulesen. Es tut mir wirklich leid, aber ich glaube, diese Aktion wird nicht den gewünschten Erfolg bringen. Sie wird auf jeden Fall insofern ein Erfolg werden können, wenn wenigstens dabei herauskommt, dass sich mehr und mehr Menschen für dieses Thema interessieren, und sich informieren.

Ich brauche jetzt und hier nicht das gesamte Thema „Vorratsdatenspeicherung“ auszurollen, denn beim AK Vorratsdatenspeicherung und auch hier kann man sich trefflich informieren.

Nur soviel: Die Internet-Vorratsdatenspeicherung kann ein Instrument werden, den Bürger im Netz komplett gläsern zu machen. CDU/CSU wollen dabei jetzt schon viel weiter gehen und auch die Mobil- und Telefonkommunikation in dieses Überwachungskonzept einbetten.

Ein Staat im Überwachungswahn wird uns allen nicht gefallen, auch nicht denen, die auf das Argument hereinfallen, dass, wer nichts zu verbergen, auch nichts zu fürchten hat.

Nackt in der Datendisco

Den nachfolgend verlinkten Artikel kann ich nur jedem zur sorgsamen Lektüre empfehlen, denn dort zeigt sich die Kehrseite der glänzenden Facebook-Twitter-Google-Medaille, die jeder Netzbürger um den Hals trägt. Außerdem zeigt er eigentlich noch ein anderes Problem auf:

Ihr guter Ruf im Web
Für diesen Artikel haben wir beispielhaft das Profil einer realen Person erstellt, indem wir frei verfügbare Informationen im Internet suchten und verknüpften. Als Protagonisten wählten wir einen Mitarbeiter eines Internet-Unternehmens. Der hatte damit zunächst kein Problem – bis er den fertigen Artikel sah. Dann bekam er kalte Füße.(aus: Ihr guter Ruf im Web | c't)

Erste Erkenntnis: Will sich jemand aus Euren Daten ein Bild von Euch klöppeln, dann kriegt er das auch hin. Möglicherweise ist es ein Zerrbild, aber auch das ist dann in der Welt, und vielleicht sogar schlimmer schädlicher als alles andere.

Zweite Erkenntnis: Genau darum besteht der Wunsch nach Privatsphäre - bei jedem! Auch wenn man denkt, man hätte nichts zu verbergen. Auch bei den ganzen Social-Media-Menschen, die sich im Netz mit Faustregeln, wie  „Schreibe nichts ins Netz, was Du nicht auch am nächsten Tag ohne Gewissensbisse in der Tageszeitung über Dich lesen könntest.“ durch's Netz philosophieren, besteht im Fall des Falles der Bedarf an Kontrolle über das eigene Abbild im Netz. 

Ich halte mich auch an den „Tageszeitung“-Ratschlag, denn er ist gut. Doch damit allein ist es nicht getan, denn es kommt darüber hinaus darauf an, wer was mit unseren Daten anfangen darf: Kriegt einer einen Job nicht, weil er auf Facebook, oder wo auch immer, sein ausschweifendes Privatleben dokumentiert hat, dann ist er selber daran schuld. Keine Frage. Darf der Staat aber Datenerhebungen durchführen und sich seine eigenen Bilder zusammenschrauben, dann  wird's unlustig. 

Gerade jetzt, in der großen Wikileaks-Debatte, schreien Politiker, dass das doch alles nur Daten sind, die nie für die Öffentlichkeit bestimmt waren, und die nur Zerrbilder ergeben und die Integrität der Demokratie zerstören würden. Ok. Folge ich dieser Argumentation, dann gilt das bitteschön aber auch für meine Daten, lieber Staat: Die sind zum ganz großen Teil nicht für Dich bestimmt und würden nur Zerrbilder ergeben. Soviel zum Thema Vorratsdatenspeicherung

Mit Hilfe der über die gesamte Bevölkerung gespeicherten Daten könnten wieder Bewegungsprofile erstellt, geschäftliche Kontakte rekonstruiert und Freundschaftsbeziehungen identifiziert werden. Auch Rückschlüsse auf den Inhalt der Kommunikation, auf persönliche Interessen und die Lebenssituation der Kommunizierenden werden wieder möglich. (aus: Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! - Startseite)

Wenn Finanzamt, Krankenkasse und Polizei mit Web- und Kommunikations-Daten arbeiten, die möglicherweise falsche Bilder ergeben, oder aber in gesetzlichen Grauzonen zur Anwendung kommen, dann geht es plötzlich nicht mehr nur um den guten Ruf im Web, dann geht es um das echte Leben.

Ich würde mir wünschen, dass viele den c't-Artikel auch unter diesen Gesichtspunkten lesen, und sich auf Dauer in der Bevölkerung ein viel stärkeres Bewusstsein für diese Dinge entwickelt.

Passenderdings stelle ich doch gerne auch nochmal meine Version von „Heute hier, morgen dort“ als wohlmeinende Warnung der Facebook- und Twitter-Generation zur Verfügung: 

Heute hier, morgen dort 
(Text: jo jmatic; Original: Hannes Wader)

Heute hier, morgen dort,
sind sie drin, gehn sie niemals fort,
Party-Bilder in 'ner Facebook-Galerie. 
Hab' sie selbst ins Netz gestellt, 
hab' es selber so gewählt, 
nie nach Rechten und Folgen gefragt.

Jetzt bereue ich's schwer, 
denn jetzt denk' ich, ich wär', 
so viel besser dran, 
hätt' ich's nie getan, 
denn mein Chef hat sie gesehn, 
und er kann nicht verstehn, 
wie man nackt auf' ner Party singen kann.

Dass er mich nicht vermisst, 
zeigt die Kündigungsfrist, 
die quasi nicht vorhanden ist. 
Das stört und kümmert mich extrem, 
denn das Pinkeln auf's Firmenemblem 
bleibt dem guten Manne wohl ewig im Sinn.

Jetzt bereue ich's schwer, 
denn jetzt denk' ich, 
ich wär', so viel besser dran, 
hätt' ich's nie getan, 
denn jeder klickt die Bilder an, 
kopiert und verschickt sie dann, 
so dass mich jeder voll und naggisch sehen kann.

Fragt mich einer warum 
ich das tat, bleib ich stumm, 
denn die Antwort darauf fällt mir schwer. 
Denn “Online” sein bringt Fun, 
weil man alles verteilen kann, 
doch das Netz gibt deine Daten nie mehr her.

Jetzt bereue ich's schwer, 
denn jetzt denk' ich, ich wär', 
so viel besser dran, 
hätt' ich's nie getan, 
denn mein Ruf ist ruiniert, 
und doch leb' ich nicht ungeniert, 
weil alle Welt mein' nackten Arsch anklicken kann.

Vertreter der Internetgemeinde

Ja, selbstverständlich nehme ich die Sorgen der Internetgemeinde sehr ernst. Ich habe das immer getan und auch öffentlich deutlich gemacht. Ich befinde mich konstant im Dialog mit Vertretern der Internetgemeinde.
via taz.de

Ich will jetzt und hier sofort wissen, wer das ist: die "Vertreter der Internetgemeinde". Raus mit der Sprache. Meldet Euch.

 

Vielleicht hat dann jeder Mensch eine individuelle IP-Adresse, die so unverwechselbar ist wie seine Telefonnummer?

Wie jetzt? Eintätowiert?

 

Aber von solchen Entwicklungen wissen viele Piraten offenbar gar nichts - jedenfalls diskutieren sie nicht darüber.

Liebe Vertreter der Internetgemeinde, ich weiß ja nicht, wo Ihr mit Frau Zypries im Gespräch seid, aber sicherlich ist es nicht dieser Planet. Wahrscheinlich sogar nicht mal diese Galaxie.

Könntet Ihr sie nicht mal einladen die Erde zu besuchen, und sich ein Bild vor Ort zu machen? Danke.