Meine Damen und Herren, liebe Kinder,
ich möchte vor diesem Blog ausdrücklich warnen!

 

Es sendet auch außerhalb der internetüblichen Sendezeiten - zwischen 22 und 6 Uhr - Beiträge zu Intelligenz-Dilettantismus und Missverständlosigkeiten.

 

An alle privatwirtschaftlichen Jugendschützer mit monetärem Eigeninteresse: Ich kam schon abgemahnt auf die Welt, aber auch mir ist klar: Platz für Gier ist im kleinsten Hirn!

 

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Abgelegt unter: Statistik

Malen mit Zahlen

Ich frage mich: Stimmt das?

Wer Need for Speed und dergleichen spielt, neigt doppelt so häufig zum aggressiven Rasen, überfährt rote Ampeln oder wird von der Polizei gestoppt. 
http://diigo.com/0f3myGamer sind riskante Autofahrer : T e c Z i l l a

 

Hört sich irgendwie schlüssig an, aber vielleicht sollte man vorher zur Sicherheit dieses Buch gelesen haben, denn Untersuchungen zeigen auch, dass in keinem Staat die Kriminalitätsrate höher ist, als im Vatikan. Tja, so einfach ist das also, wenn man den Teufel mit Zahlen an die vatikanische Wand malen will.

Zahlen sind toll, denn man kann sie so schön kombinieren. Eine sehr schöne Sache in diesem Zusammenhang ist auch der Mittelwert. Betrachtet man Mittelwerte ist alles nicht so schlimm, und es geht uns allen relativ gut. Da freut sich Politiker und Bürger wundert sich. Dazu fällt mir spontan ein alter Karnevalswitz ein: Was ist Relativität? Ganz einfach: Wenn ich meinen Zeigefinger Dir in die Nase stecke, dann haben wir beide einen Finger in der Nase, aber mir geht's dabei noch relativ gut.

Allerdings gibt es ja auch noch die wohl berühmtesten Worte zum Thema Mittelwert von Franklin D. Roosevelt, dem 32. Präsident der Vereinigten Staaten: „Laut Statistik haben ein Millionär und ein armer Kerl jeder eine halbe Million.“ Ich weiss nicht, ob es ein Statistiker-Glaubensbekenntnis gibt; sollte es allerdings eins geben, dann stehen diese Worte garantiert mit drin.

Worte sind sowieso toll. Man kann sie so schön kombinieren. Zum Beispiel bei Befragungen, bei denen man mit Bedacht und ausgewählten Worten zweimal eine Frage gleichen Inhalts stellt und garantiert zwei verschiedene Antworten von den befragten Menschen kriegt

Noch toller sind allerdings Grafiken, die die Zahlen und Worte aus den Befragungen und Ermittlungen zusammenfassen und für Jedermann einfach und verständlich darstellen sollen. Der Maßstab ist hier das Schlüsselwort. Zeigt eine Grafik von 2000 bis 2010 ein für mich blöd anzuschauendes Kurvengebilde, welches eigentlich stetig nach unten zeigt, dann zoome ich einfach solange in diese Statistik rein, bis ich in einem kürzen Zeitraum, sagen wir von 2008 bis 2010 eine günstigere Kurve habe. Wer das jetzt gerne mal in in griffigen Grafiken und, statistisch gesehen, wahrhaften Worten vor sich sehen würde, dem empfehle ich dieses pdf-Dokument: www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Veroeffentl/802008002.pdf

Es ist schon schwierig. Was soll man tun? Gar nichts mehr glauben? Am besten verlässt man sich wohl auf den gesunden Menschenverstand und die Logik. Oder?

1*1 = 1, unzweifelhaft. Aber 12 ist nicht 1, weil das Quadrat einer gegebenen Zahl größer sein muss als die Zahl selbst. Die Wurzel aus 1 kann logischerweise nicht 1 sein, weil die Wurzel aus einer Zahl kleiner sein muss als die Zahl selbst. Aber mathematisch oder formal ist sqrt(1)=1. Die Mathematik widerspricht in diesem Falle der Logik oder der reinen Vernunft, und darum ist die Mathematik in diesem Kardinalfalle vernunftwidrig. Auf der Sinnlosigkeit, der 1, bauen sich dann alle Werte auf, und in diesen falschen werden fußt die mathematische Wissenschaft, die “einzig exakte, unfehlbare”. Aber dies ist Mathematik! Ein artiges Spiel für Leute, die nichts zu tun haben. (August Strindberg - 1849-1912)

Och, nee, oder? Na ja, zumindest beweist das, dass ich in meiner Schulzeit ein sehr vernünftiger Junge war, denn ich hielt es gelegentlich für sehr unvernünftig mich mit Gleichungen mit mehreren Umbekannten zu plagen, die andere doch schön längst gelöst hatten. Rein statistisch gesehen bin ich mit dieser Einstellung im Mittelfeld gelandet.

Staudämme reden

brand eins 01/2010 - Die Welt in Zahlen

Zahl der Stauseen und Dämme, die in China seit Gründung der Volksrepublik gebaut wurden 80 000

[...]

Zahl der Bundestagsreden in der vergangenen Legislaturperiode 15 500
Davon Reden, die ohne gehalten zu werden direkt ins Archiv des Bundestags wanderten 4429

In einem Legislaturperiodenzeitraum wurden also mit einer Anzahl von durchschnittlich 5333, mehr Staudämme in China gebaut, als Bundestagsreden in Deutschland direkt ins Archiv gewandert sind.

Das könnte bedeuten, dass die Chinesen mehr Staudämme bauen, die halten was sie versprechen, als Abgeordnete in Deutschland Reden nicht halten, und sich deshalb nicht versprechen. Unabhängig davon, was sie in den Reden, die sie nicht halten, versprechen. Eigentlich könnten sie ja in diesen 4429 Reden alles versprechen, hört ja keiner. Was sich die Chinesen allerdings davon versprechen 904 Staudämme mehr in einer Legislaturperiode zu bauen, als deutsche Politiker Reden nicht halten, kann man nicht genau sagen. Sind ja so geheimnisvoll, diese Chinesen, und mit Mauern haben die es ja sowieso schon länger.

Nachtrag und spontane Assoziationsniederschrift: Zahlen und Statistiken, sind wie böhmische Dörfer mit halbtags geöffnetem Reichstagsarchiv und chinesischen Mauern drumrum. Man fragt sich unwillkürlich, wo der Posaunenchor bleibt.

Schwanzvergleichmittelalter

jo_jmaticNur damit Ihr’s wisst: „Twittern is’ für Oldies“: http://tr.im/su4W #Twitter #Jugend #Medien #joCafe

So schrobte ich in Twitter, respektive twitterte ich im 140-Zeichenland.

We struck a nerve with a lot of people this morning with our article Stats Confirm It: Teens Don’t Tweet.

So schrobte man jetzt in mashable.com.

Da stellt sich die Frage aller Fragen: Hat Twitter ein Jugend- und Nachwuchsproblem?

Die Antwort: Nein! Es ist schon in Ordnung, wenn die Oldies bei ihren pubertären Schwanzvergleichen erstmal unter sich bleiben. Da verliert die Jugend doch sonst gleich jeglichen Respekt vor den Twitteropas ... und -omas ...

Apropos, Schwanzvergleich. Die richtigen virilen und potenten Twittersilberrücken, also ... Ihr wisst schon ... die findet Ihr hier.

Was mal wieder beweist, dass die Länge tatsächlich nicht ausschlaggebend ist, sondern wie oft ...

Hat sich eigentlich schonmal jemand überlegt, wie Twitter in 20-30 Jahren aussieht, wenn die ganzen hippen Web 2.0-Fuzzies mit Alzheimer und iPhone 13g vorm Altersheim sitzen und sabbernd dauernd das Gleiche twittern:

 

saschalobo: Fasse Schwester im Speisesaal gerade unter den Rock. Bin ein Socialrocker. Fühle mich voll 6.0

sixtus: @saschalobo Nimm die Hand unterm Tisch von meinem Knie, Du seniles, blindes Rotwild.

saschalobo: @sixtus Habe Dein Gebiss geklaut

spreeblick: Ghebiss-Flashmobn inm Bnerlin RT @saschalobo: @sixtus Habe Dein Gebiss geklaut

sixtus: @saschalobo Glaube, @spreeblick hier neben mir brauchtauch das Senioren-iPhone mit den großen Tasten.

Einen Tag später:

saschalobo: Fasse Schwester im Speisesaal gerade unter den Rock. Bin ein Socialrocker. Fühle mich voll 6.0

sixtus: @saschalobo Nimm die Hand unterm Tisch von meinem Knie, Du seniles, blindes Rotwild.

saschalobo: @sixtus Habe Dein Gebiss geklaut

spreeblick: Ghebiss-Flashmobn inm Bnerlin RT @saschalobo: @sixtus Habe Dein Gebiss geklaut

sixtus: @saschalobo Glaube, @spreeblick hier neben mir braucht auch das Senioren-iPhone mit den großen Tasten.

saschalobo @sixtus Weiss wer, wo mein Gebiss ist? Tweets ohne Biss gehen gar nicht. Brauche die Nachtschwester als Follower.