Meine Damen und Herren, liebe Kinder,
ich möchte vor diesem Blog ausdrücklich warnen!

 

Es sendet auch außerhalb der internetüblichen Sendezeiten - zwischen 22 und 6 Uhr - Beiträge zu Intelligenz-Dilettantismus und Missverständlosigkeiten.

 

An alle privatwirtschaftlichen Jugendschützer mit monetärem Eigeninteresse: Ich kam schon abgemahnt auf die Welt, aber auch mir ist klar: Platz für Gier ist im kleinsten Hirn!

 

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Tod der Gebrauchslyrik

Wird mal wieder Zeit für ein paar Reime. Ist noch nicht ganz fertig das Machwerk, aber fürs Blog taugts. ;) Die Nummer wird wohl später mal zum Soloprogramm gehören. Schaun mer mal.

Tod der Gebrauchslyrik

Gebrauchslyrik, wenn auch maßvoll angewandt,
taugt zu Ruhm und Ehre doch eher selten.
Sie ist der Werbung viel zu nah verwandt,
wofür die Kritiker sie gerne schelten.

Gebrauchslyrik, sei sie auch noch so geschmeidig
bezeichnet man in Poetenkreisen als suboptimal.
Verwendet man sie doch zum Broterwerb häufig
und ist drum weit entfernt vom dichterischen Gral.

Den Dichter plagten drum heftige Schmerzen,
weil ihm ein solches Prädikat angepinnt
Er nahm sich das poetisch sehr zu Herzen
woraufhin er ein Poem ganz neu ersinnt.

Gebrauchen konnt' so was wirklich niemand,
aber lyrisch war es dafür um so mehr.
Es war auch so, dass er ein großes Thema fand,
und er schrieb sich jetzt die Seele leer.

Es strahlte das Poem, über viele Zeilen.
Der Dichter schrieb sein Herzblut mit hinein.
So manche Zeilen luden gar ein zum Heulen,
denn er nutzte als Kunstkniff den schrägen Reim.

Er schrieb nicht über Moral und tat es doch.
Das war in Wahrheit die große Kunst.
Befreit war er vom gebrauchslyrischen Joch
und hatte nicht mal viele Zeilen verhunst.

Zufrieden beendete er sein dichterisches Tun
und schrieb Zeile für Zeile artig ins Reine.
Er sah sich schon sonnen in Ehre und Ruhm,
die ihm nun zuteil werden würden, ganz alleine.

Mit den Dichterfürsten sollte man ihn bald nennen.
Das war sein Ziel, sein ganzes Bestreben.
Seine poetische Kraft musste man einfach erkennen.
Dafür würde er sogar sein Leben geben.

Denn akzeptiert werden nur die Toten als wirklich groß.
Das wusste er natürlich. Er war erfahren genug.
Drum nahm er sich das Leben mit einem beherzten Stoss
gegen den Stapel Gebrauchslyrik, die ihn brav erschlug.

„Ah, ein Gebrauchslyriker!“, sagte die Polizei:
“Der Fall ist klar: Es hat ihn die Masse erschlagen.”
„Eine Portion Berufsrisiko ist schon dabei,
wenn Lyriker mit glatten Reimen sich plagen.”

Schnell wurden Reimer und Reime entsorgt,
wurden jeweils fachmännisch verbrannt.
Der Pfaffe hatte sich für die Rede Reime geborgt
und ihn „den Reimeschmied, der von uns schied.” genannt.

Welch ein Glück, dass er tot, und das nicht hörte,
auch weil er so nicht sah, was noch geschehen war,
denn als die Gebrauchslyrik im Feuer sich verzehrte
brannte auch das Poem, weil es nicht erkannt worden war.

Nur ein Fetzen kam um die Flammen herum
ihn fand ein Arbeiter und las ihn genau:
“Freude schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium.”
Interessiert las er weiter, ging es doch wohl um eine Frau.

“Aha!”, dachte der Arbeiter: Er hat wirklich werbend gereimt.
Das ist Werbung für's örtliche Bordell, ganz klar.
Bestimmt hat er damit die dralle Maria gemeint
die auch mit mir schon im Elysium der Freude war.

Der Arbeiter, begeistert, begann weiter zu reimen
schrieb Zeile für Zeile ein Lied an die Freude,
die ihm Maria bereitet hatte, im Geheimen.
Seine Worte wurden bald ein Reim-Gebäude.

Er endete mit:“eine heitre Abschiedsrunde”
und mit: “süßer Schlaf im Leichentuch”
Schließlich war sein Wissen um den Tod profunde:
Krematoriumserfahrung, so gesehen, kein Fluch.

Kurzum der Mann wurde berühmt und reich,
denn sein Werk war ein poetischer Brüller
Eine Hymne komponierte man auch noch gleich.
Er war nun ein Dichterfürst, mit Namen: Schiller.

Der Andere, der jetzt modernd in der Kiste liegt
hat umsonst Ruhm und Ehre sterbend umworben.
Der Schiller hat lebend den ganzen Ruhm gekriegt,
und ist irgendwann glücklich unter Maria gestorben.

Diese Geschichte ist nun am Ende und vorbei.
Sie ist sowieso erlogen und nur ausgedacht.
Doch das ist dem Dichter ziemlich einerlei,
denn er hat ja nur gebrauchslyrische Übungen gemacht.

Tagebuch eines Missverständnislosen - #5

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Das gibt's doch nicht? Fast hätte ich sie vergessen, die Ausgabe #5 vom Tagebuch eines Missverständnislosen. Ich war allerdings zwischendurch auch mal kurzzeitig mit Weihnachtsgedichten beschäftigt, denn ich wurde dieses Jahr frühzeitig zu einer virtuellen Weihnachtsfeier eingeladen. Details darüber erfährt der willenlose Leser aber im Dezember-Podcast von Radio-Bingen, der hier schonmal angekündigt wird: Radio Bingen - Dezember-Trailer.

Doch zurück zum Tagebuch: Es ist Herbst. Herbst! Herbst? Das kann doch nur ein Missverständnis sein? Herbst, die Jahreszeit, die erfunden wurde, um den Zwiespalt zwischen meinen Sinneswahrnehmungen und meiner Geistesverfassung zu vertiefen!?

Der Herbst hatte mich ja schonmal zu einem po-ethischen Ausfluss animiert: Schmeiss doch mit Blättern, wenn Du sonst nix kannst. Egal. Wer sich traut, hört rein. Wer dazu was zu sagen hat, soll es tun. Bitteschön.

 

(download)

Wie immer: Wer alle Tagebuch-Podcast-Folgen hören möchte, der klicke hier.

Animiert Euch gefälligst

Es gibt so Tage, da ist das Internet irgendwie ... blöd und schnöd und öd. Da gehen einem die ganzen hippen Mitdreissiger-Web-2.0-Freaks, die Mitvierziger-IT-Fuzzies (quasi die Pädagogen-Brut des www) und die Mitfünfziger-Journalisten-Fraktion einfach auf den Wecker. Ewig die gleichen Themen, dauernd die gleichen Do'se und Don'tse: Das Internet ist die Welt und die Welt ist im Internet ... pfff ... ja, ja, ja, das ist ja wirklich eine bahnbrechende Erkenntnis.
 
Bin ich gerade ungerecht, weil da einer sein Bestes gibt, und ich nur drüber lästere? ... Ja. Das darf ich allerdings, weil ja das Netz die Welt abbildet, und Lästern numal zu unserer Kultur gehört, wie die Gefäßverengung zum Fleischkonsum. Ausserdem stimmt das so gar nicht mit dem “Netz=Welt”-Ding: Draussen scheint die Sonne und hier im Netz: LED-Beleuchtung!
 
Man merkt vielleicht: Ich bin heute ein echter Sonnenschein. Und ausserdem stelle ich die berechtigte Frage hier gleich selbst: Was schaue ich mir diesen Kram überhaupt an? Selbst dran dumm!
 
Da hilft nur eins: Zurück zu den Zeiten der digitalen Vorfahren! Zurück zu den Zeiten der animierten gif-Bildchen, der Midi-Sounds, der schrillen Farben, der zuviel-von-allem-Seiten. Zurück ins Geocities-Zeitalter mit dem Geocities-izer:
 
 
Von mir aus fangt gleich hier an. Wichtig: Lautsprecher aufreissen!
 
Ein paar gute Beispiel hätte ich ja hier noch quasi out-of-the-box zu bieten:
 
SpiegelMashable, Spreeblick und so weiter. Da fallen einem doch gleich noch ein gutes Dutzend Seiten ein.
 
Wenn ich könnte, wie ich wollte, dann würde ich heute das ganze schöne www ver-geocities-izieren, bis die Lautsprecher qualmen. Wir erhalten eine Ahnung davon, wie's aussieht, wenn der Kaiser seine neuen Kleider ablegt.
 
PS: Was mich allerdings wirklich erschreckt ist, dass diese meine Seite direkt schon wieder als modern durchgehen könnte.
 
PPS: Es drehet sich im Kreise, auf eine Weise, das Ding stets gleich, doch irgendwie neu und mutiert, auf dass es den Geiste stets im Kreise, doch immer weiter hinaus führt.

Kreuznacher Video Projekt

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Kreuznacher hat eine Idee, die wir vor ca. einem Jahr schon einmal verfolgten, wiederbelebt: “1 Woche - 1 Video”. Das meint, jeder, der Lust und Laune hat, fertigt pro Woche ein kleines Video von ca. einer Minute Dauer an. Thema, Umsetzung, Technik, völlig egal. Es macht auch nichts, wenn man mal in einer Woche kein Video gebacken kriegt. 

Das Projekt heisst “Kreuznacher-Video-Projekt” und hat hier seine digitale Heimat: xaeon.de
 
Sämtliche Videos, die unter diesem Motto in den nächsten Wochen und Monaten produziert werden, werden dort gesammelt. Dort gibt's auch jetzt schon die amtlichen und detaillierten Informationen von Kreuznacher himself. Natürlich wird das Projekt umso schöner, und umso bunter, je mehr Leute mitmachen. Falls der geneigte Leser dieser Zeilen also mitmachen will, oder gerne Werbung für das kleine Spass-Projekt machen will, der darf sich gerne den Link schnappen und, nachdem er die unten verlinkten Bildchen auf die heimische Pladde geladen hat, im weltweiten Netz dafür Werbung machen. 

Ich wage mich auch mal, ohne Kreuznacher nochmal gefragt zu haben, soweit vor, dass man kein nativer Kreuznacher sein muss, um da mitmachen zu dürfen. :)

Mein erstes kleines Video, für die Kalenderwoche 10 in dieser Reihe, habe ich auch schon verbrochen. Ich habe einfach mal mit einer nicht ganz ernstgemeinten (oder doch?) Vorstellung meinerseits begonnen. Die Fotos im Video sind übrigens mit FunBooth entstanden. Bitte sehr:

 

Video nach dem Klick: It's me, jo jmatic

(download)

Vermehren sich Tischtennisbälle asexuell?

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Wartet Ihr auch schon die ganze Zeit darauf, dass er mal daneben schlägt?
Ist das "Warten auf Godot" in der 2010er-Mash-Version?
Spielt er eigentlich jetzt gegen ein Rechts-Füßer oder einen Links-Ausleger?
Wer hatte Aufschlag?
Wie sieht sein Schienbein aus?
Ist das eine Reha-Massnahme der gesetzlichen Krankenkassen?
Schaut Ihr auch immer wieder hin?
Gibt es eigentlich Gif-Hospitalismus?
Würdet Ihr jetzt auch gerne eine Banane essen?
Ist das ein alter Wahlwerbespot der Schwarzen gegen Rot-Grün?
Ist das ein neuer Wahlwerbespot von Rot-Grün gegen Schwarz-Gelb?
Gibt es für diesen Schlägertyp eine Sozialprognose?
Ist das der vernetzte Mensch von Übermorgen?
Ist das der vernetzte Mensch von heute im Übermorgen?
Was wird im Nebenbett gespielt?
Liegt Randall Patrick auf dieser Station?
Wo ist Schwester Rachel?
Gibt es wirklich einen Gott, der es erlaubt im Bett Schuhe zu tragen?
Wartet Ihr auch schon die ganze Zeit darauf, dass er mal daneben schlägt?

Arschassoziation

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Assoziationsrallye:

  • Auch Ärsche haben Zen-Gärten.
  • Da hat der Arsch seine Ruh'.
  • "Zen", oder "die Kunst Arsch Arsch sein zu lassen".
  • Die größten Ärsche haben die geilsten Zen-Gärten.
  • Da zeigte er der Harke mal was ein Arsch ist.
  • Woran merkst Du, dass der soziale Herbst kommt? Die Löhne fallen und im Zen-Garten blühen die Ärsche.
  • Arsch und Zen sind eins. Kommen ja beide aus dem Buttismus
  • Der Garten-Designer war ein Ass.

Hat noch wer was? Die Liste darf beliebig erweitert werden. Ass - oziiert mal in aller gebotenen Ruhe auf niedrigem Niveau.

Schwanzvergleichmittelalter

jo_jmaticNur damit Ihr’s wisst: „Twittern is’ für Oldies“: http://tr.im/su4W #Twitter #Jugend #Medien #joCafe

So schrobte ich in Twitter, respektive twitterte ich im 140-Zeichenland.

We struck a nerve with a lot of people this morning with our article Stats Confirm It: Teens Don’t Tweet.

So schrobte man jetzt in mashable.com.

Da stellt sich die Frage aller Fragen: Hat Twitter ein Jugend- und Nachwuchsproblem?

Die Antwort: Nein! Es ist schon in Ordnung, wenn die Oldies bei ihren pubertären Schwanzvergleichen erstmal unter sich bleiben. Da verliert die Jugend doch sonst gleich jeglichen Respekt vor den Twitteropas ... und -omas ...

Apropos, Schwanzvergleich. Die richtigen virilen und potenten Twittersilberrücken, also ... Ihr wisst schon ... die findet Ihr hier.

Was mal wieder beweist, dass die Länge tatsächlich nicht ausschlaggebend ist, sondern wie oft ...

Hat sich eigentlich schonmal jemand überlegt, wie Twitter in 20-30 Jahren aussieht, wenn die ganzen hippen Web 2.0-Fuzzies mit Alzheimer und iPhone 13g vorm Altersheim sitzen und sabbernd dauernd das Gleiche twittern:

 

saschalobo: Fasse Schwester im Speisesaal gerade unter den Rock. Bin ein Socialrocker. Fühle mich voll 6.0

sixtus: @saschalobo Nimm die Hand unterm Tisch von meinem Knie, Du seniles, blindes Rotwild.

saschalobo: @sixtus Habe Dein Gebiss geklaut

spreeblick: Ghebiss-Flashmobn inm Bnerlin RT @saschalobo: @sixtus Habe Dein Gebiss geklaut

sixtus: @saschalobo Glaube, @spreeblick hier neben mir brauchtauch das Senioren-iPhone mit den großen Tasten.

Einen Tag später:

saschalobo: Fasse Schwester im Speisesaal gerade unter den Rock. Bin ein Socialrocker. Fühle mich voll 6.0

sixtus: @saschalobo Nimm die Hand unterm Tisch von meinem Knie, Du seniles, blindes Rotwild.

saschalobo: @sixtus Habe Dein Gebiss geklaut

spreeblick: Ghebiss-Flashmobn inm Bnerlin RT @saschalobo: @sixtus Habe Dein Gebiss geklaut

sixtus: @saschalobo Glaube, @spreeblick hier neben mir braucht auch das Senioren-iPhone mit den großen Tasten.

saschalobo @sixtus Weiss wer, wo mein Gebiss ist? Tweets ohne Biss gehen gar nicht. Brauche die Nachtschwester als Follower.

 

Explodierende Karotten und Truthahndiktatoren

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Das Verrückte an der Welt ist, das sie immer schön gleichbleibend verrückt ist. Das ist sehr praktisch, denn dann kann man zu Wochenanfang problemlos ein paar Verrücktheiten rausgreifen und seinen Gästen präsentieren.

Das macht den Wochenstart dann gleich viel glaubwürdiger, denn man weiß: "Aha, Wochenanfang. Alles wird, wie es bleibt, und schön, dass es so gewesen war sein wird. Schaun mer mal."

Zurück zur Werbung: Oben seht Ihr die Bilddokumentation des nächsten terroristischen Anschlags auf uns. Es geht um den Möhrenterrorist!

Das sind Bilder, die erschüttern und die Worte eines Herrn Schäuble in gänzlich anderem Licht erscheinen lassen. Klicke sich aber bitte nur der oder diejenige durch die Bilder, die wirklich, wirklich starke Nerven ihr Eigen nennen.

Habt Ihr dies überlebt, dann seid gewiss, dass das nur der banale Anfang des wahren Terrorismus ist, denn jetzt drohen Euch die Truthanharmee und ihr schrecklicher Mundschutz-Diktator!

Hier ein Video von der Reichstruthahnversammlung, bei der der Diktator sein Volk wahrscheinlich auf die Weltrevolution und die Machtübernahme einschwört. Auch hier sei vor den entsetzlichen Bildern gewarnt. Das ist nichts für schwache Nerven:

In diesem Sinne: Es lebe der Montag. Möge die Macht mit uns sein, und das nächste Mittagessen "Truthahn mit Möhrchen".

Nasenbohren entspannt, auch politisch betrachtet

Bei pics.nase-bohren.de sollte man entspannt die Dinge mal aus einem etwas tiefergelegten Winkel betrachten. Natürlich will ich aber nicht verschweigen, dass es in Wahrheit um sehr, sehr wichtige Dinge geht, die Eure Mitarbeit erfordern.