Manchmal schiesst einem der Unvuuck derart durch die Birne, dass man ihn direkt niederschreiben muss, sonst isser verjessen:
Heute hier, morgen dort
(in der “jo jmatic”-Version; Originaltext: Hannes Wader)
Heute hier, morgen dort, sind sie drin, gehn sie niemals fort, Party-Bilder in 'ner Facebook-Galerie. Hab' sie selbst ins Netz gestellt, hab' es selber so gewählt, nie nach Rechten und Folgen gefragt.
Jetzt bereue ich's schwer, denn jetzt denk' ich, ich wär', so viel besser dran, hätt's ich's nie getan, denn mein Chef hat sie gesehn, und er kann nicht verstehn, wie man nackt auf' ner Party singen kann.
Dass er mich nicht vermisst, zeigt die Kündigungsfrist, die quasi nicht vorhanden ist. Das stört und kümmert mich extrem, denn auch das Pinkeln auf's Firmenemblem bleibt dem guten Manne wohl ewig im Sinn.
Jetzt bereue ich's schwer, denn jetzt denk' ich, ich wär', so viel besser dran, hätt' ich's nie getan, denn jeder klickt die Bilder an, kopiert und verschickt sie dann, so dass mich jeder voll und naggisch sehen kann.
Fragt mich einer warum ich das tat, bleib ich stumm, denn die Antwort darauf fällt mir schwer. Denn “Online” sein, das bringt Fun, weil man alles verteilen kann, doch das Netz gibt deine Daten nie mehr her.
Jetzt bereue ich's schwer, denn jetzt denk' ich, ich wär', so viel besser dran, hätt' ich's nie getan, denn mein Ruf ist ruiniert, und doch leb' ich nicht ungeniert, weil alle Welt mein' nackten Arsch anklicken kann.
Manchmal sinkt man einfach nur auf die Knie und dankt, wem auch immer, dafür, dass man nur ein kleines unbedeutendes Licht ist, und mit niederen Arbeiten seinen kärglichen Lebensunterhalt bestreiten darf. Es gibt aber auch eine Zeit aufzustehen und Widerstand zu leisten. Diese Zeit ist jetzt gekommen.
Lasst mich erklären:
Es ist ja nicht so, dass ich früher nicht käuflich oder mittelmäßig genug gewesen wäre, um so 'ne Nummer durchzuziehen, wie der Junge auf diesem Bild, beim Hardrock-Posing zum Aldi-Halbplayback-Mix + Springmauskolonne mit integrierter Gesangsimitation:
Doch, ehe ich weiter rede, schaut Euch jetzt zuerst das zum Bild gehörende Video vom RPR-Kindertag in Bad Kreuznach an, und Ihr versteht, was ich meine:
Ist das nicht peinlich? Ist das nicht schrecklich?
Glücklicherweise gab's zu meinen Zeiten nur “Boney M” und “Dschingis Khan” (was Boney M. gegenüber jetzt ziemlich unfair ist) und Konsorten, die solche peinlichen Poser-Nummern durchgezogen haben, und ich war weit, weit weg von solchen Versuchungen. Doch schon damals hätte sich nie niemals jemand getraut, mit einer schwarzen Les Paul, dieser Göttin des crunchy-singenden Rock'n Rolls, dieser Ikone des frühen Hardrock, und der Geburtshelferin des Metal, eine solche Inszenierung auf eine Bühne zu bringen.
Als ich jetzt aber das Video mit dem sich prostituierenden Gitarrenjungen und den Hupfdohlen vom RPR Kindertag in Bad Kreuznach sah, musste ich zunächst schallend lachen, wurde dann aber von einem lautlosen Entsetzen erfasst, denn der Auftritt geschah doch, wie erwähnt, auf einem Kindertag. Auf einem Kin-der-tag! Das heißt, da waren mutmaßlich massenhaft Kinder vor Ort - nicht nurKindsköpfe.
Wir reden also von Kindern, die jetzt nicht nur mit dem fatalen Irrglauben aufwachsen, dass “Somebody to love” von Ross Antony ist ...
Ich ... Entschuldigung ...
Mir fehlen gerade die Worte ... ich muss meine Schnappatmung unter Kontrolle kriegen ... Ähm, *räusper*, also, .. sorry, weiter:
Wir reden von Kindern, die also durch solch traumatisierende Konzerterlebnisse nicht wissen werden, was wirkliche Sangeskunst ist! Doch damit des Schlimmen nicht genug! Nein! (Randbemerkung: Ich spüre gerade heiligen Zorn in mir aufsteigen!)
Diese Kinder denken jetzt auch noch, dass Menschen mit schwarzen Gitarren und langen Haaren klingen, wie Benjamin Blümchen im Minrock beim Malle-Hitmix-pfeifen! Ja, geht's denn noch. War denn da kein Erwachsener vor Ort, der vernünftig und evolutionsgewollt mit den Beatles, den Stones, Queen, Aerosmith und Led Zeppelin sozialisiert wurde, und der sich getraut hätte, diesem demagogischen Treiben im Stile der schönen neuen Welt ein Ende zu bereiten?
Was soll aus unseren Kindern werden? Das ist der vielbeschworene Untergang des Abendlandes. Doch ich trete dem hier und jetzt entgegen, und sage zu den Bad Kreuznacher Kindern:
“Liebe Kinder, wenn Ihr Menschen mit solchen Gitarren und langen Haaren auf einer Bühne seht, dann muss das mindestens so klingen:”
“Alles andere ist wie ein Tofu-Hamburger - labbrig und fad'. Habt Ihr gerade die Reaktion Eurer Eltern bemerkt an manchen Stellen des Videos? Sind sie hochgefahren und wollten die Hände vor den Bildschirm schieben, damit Ihr nicht seht was dort vorgeht? Wenn Eure Eltern so nicht reagieren, dann ist es auch kein Rock'n Roll! Denn merke: Nur wenn es verboten und laut ist, ist es gut.”
"Liebe Kinder, lasst Euch nicht verdummen." Ich habe fertig.
Hasenhirne regieren seit Jahren die Republik, Spatzenhirne verzocken in Banken unsere Kohle und 'ne Menge Erbsenhirne meinen, das ergebe schon alles einen Sinn. Weckt mich, wenn ein Beamtenhirn die Steuerklärung revolutioniert.
Der Satz, “Guido Westerwelle fand er vor allem früher gut.”, ist einfach nur an und für sich gut und schön und knuffig und schmunzelant und mitleiderregend und erwachsen und erschütternd und ...
Dementsprechend wurde gestern Abend die 36. Sendung gestaltet und sie war fulminant. Priol und Schramm sind gemein, witzig, analytisch, schonungslos - wie immer - und dann, zurecht, wehmütig, denn sie waren tatsächlich ein geniales Paar auf der Bühne.
Es passt allerdings zu Georg Schramm, dass er seinen eigenen Weg abseits von bequemen Fernsehunterhaltungspfründen geht. Er ist eben der Schramm, kantig, eckig und unbequem. Das macht ihn so gut.
Die 36. Sendung ist wieder mal sehr, sehr gelungen: Priol und Schramm in Höchstform, und mit Gruber, Pelzig und Malmsheimer muntere Gäste. Anschauen lohnt. Die ZDF-Mediathek ermöglicht es ja, die Sendung nochmal zu sehen, auch wenn man sie gestern Abend verpasst hat. Also, lasst Euch einliefern.
By the way, die neue Währung, der Schizo, den der Patientensprecher Dombrowski noch einführen wollte, ist toll. Ich bin dafür. 1 Schizo = 10 Depperle. Warum ich diese Währung toll finde? Dieweil sie in die Welt der Spekulanten und Politeusen passt, die Priol/Schramm so beschreiben:
"[...]das, was es gar nicht gibt, ist das einzige was heute noch zählt.” “Und wovon wird es bezahlt?” “Mit Geld, das nicht da ist.[...]”
Nebenbei: Ich weiss gar nicht, ob ich mich ändere, oder das ZDF es getan hat, denn nach der Anstalt fand ich auch das “Best of” von “Heute Show” sehr gelungen, und konnte danach sogar der Gesprächsrunde von Markus Lanz mit U. Jörges und H. Tietje etwas abgewinnen.
Seltsames Ding, das. jedenfalls wünsche ich Georg Schramm viel Erfolg.
Und falls Ihr Euch mal so richtig einpinkeln wollt, dann schaut Euch jetzt mal schnell den Ausschnitt aus der 36. Sendung via YouTube an, in dem der Malmsheimer das “Wurstbrot” erklärt. Genial:
Was hat der Mann? Recht, hat er ...
PS: Sendung 36 steht leider noch nicht bereit. Dauert wohl noch etwas. Ich mach' dann ein Link-Update, wenn's soweit ist.
“The Beatles” haben sich irgendwann aufgelöst, “Led Zeppelin” haben sich irgendwann aufgelöst, “The Police” haben sich irgendwann aufgelöst, und jetzt hat's auch “The Schwarz-Gelbs” erwischt. Zuerst stieg mit R. Koch, der Drummer aus, dann mit H. Köhler, der Bassist, und übrig bleiben im Moment nur noch Westerwelle, der Gitarrist, W. Schäuble, der Keyboarder und A. Merkel, die Frontfrau.
Gleich das erste gemeinsame Album entwickelte sich zum Mega-Flop. Da groovt nix, die Soli sind total wirr und haben mit den gespielten Stücken oftmals noch nicht mal die Tonart gemeinsam, und wollen sich auch partout nicht in die Arrangements einpassen, die so altbacken und schwülstig sind, wie Bohlen in seiner progressivsten “Brother-irgendwas”-Zeit. Die Frontfrau bastelt Texte dazu, die nach Grönemeyer klingen sollen, aber kurz vor “Klaus & Klaus” enden, mit einer Stimme, die Nena Lena als Stimmwunder erscheinen lässt.
Vielleicht machen die jetzt als “Trio” weiter und covern “Da da da”. Käme inhaltlich hin und würde den musikalischen Fähigkeiten der Kombo entsprechen. Allerdings haben die sich ja auch schon aufgelöst.
Manchmal wünsche ich mir die Monarchie zurück. Die gute alte
Vollzeit-Monarchie. Nicht so ‘ne demokratisierte Abklatsch-Monarchie, wie
bei den Inselsachsen. So 'ne echte. Einen Monarch (von mir aus auch eine -archin), der
einigermaßen fernsehtauglich daherkommt, die Grundrechenarten beherrscht,
und – der oder die – in einem fetten Palast sitzt, und ausser der
Blutlinie überhaupt keine weitere Qualifikation für den Job aufweist.
Da ist doch die Erwartungshaltung so was von einfach umrissen:
Tritt so ein Monarch nämlich vor die Öffentlichkeit und sagt irgendwas von
wegen Krieg gegen diese oder jene, dann meint der immer: Krieg für Kapital! “Aha!”, sagt sich der Untertan, die MonArsch(en)kasse wird langsam klamm! An was anderes denkt der sowieso nicht. Das war schon immer so. Einfach und klar.
Der Monarch ist genervt und dem Volk geht die Wurst aus. Der
König muss die Klamotten vom Vorjahr wieder auftragen, und der amtliche Weise tritt vor’s Volk und sagt: “Die da (Fingerzeig!) sind schuld.” Das ist dann ab sofort der Gegner. Klar und einfach.
Der Chef sagt “Krieg” und wir ziehen alle also schön mit. Bewegung tut gut, und wenn wir gewinnen tun, dann tut’s uns nochmal gut. Jedenfalls tut’s denen gut, die übrig bleiben, wenn wir uns alle doll anstrengen und im korreken Verhältnis zum Ergebnis, für'n Sieg sterben. Gefragt werden wir sowieso nicht und meckern hilft auch nicht, weil, ist ja Monarchie, nix Demokratie. Klar soweit?
Haben die anderen dann planmäßig verloren, wissen die automatisch, dass sie unseren Chef jetzt gut finden müssen. Sie bauen ein paar Statuen in die Landschaft, und der Titel vom Monarch wird noch ein wenig länger.
Oder aber, es läuft wider Erwarten dann doch alles ziemlich kacke, dann
macht man mal eben derbe Revolution, zerrt den MonArsch auf die Gasse und
zack! – Rübe ab. Zu den Gegnern sagt man: “Problem gelöst, wir haben den
MonArsch beseitigt. War alles ein Missverständnis. Diese Adeligen, pfffhh
… Nix für ungut. Macht’s man gut, bis demnächst.”
Danach sucht man dann in aller Ruhe ‘nen Nachfolger aus: “Der nächste bitte!
Was? Ja, die Klamotten werden gestellt, die Wohnung auch, aber für allen
weiteren Scheiss haftest Du mit Deinem Leben. Willst Du den Job? Ok.” Der
König ist tot, es lebe der König.
Das is' alles schön überschaubar und nachvollziehbar.
Nur bei uns ist’s wieder mal kompliziert. Wir haben gewählte Volksvertreter
und einen gewählten Volksrepräsentanten, der sich Präsident nennt. Wir sind die Bürger, quasi der Souverän, oder “Schwarm-Monarch”, und deshalb wird das “Wir ziehen-in-den-Krieg-und-verhauen-wen”, erst ziemlich kompliziert
ausformuliert (denn so darf man’s nicht nennen), in mehreren Waschgängen humanisiert und weichgespült, und dann halbherzig in Gang gesetzt. Auf jeder abgefeuerten Kugel steht dann so was wie: “Sorry, eigentlich haben wir Euch dolle lieb. Das ist alles ein grosses Missverständnis. Lasst uns Schulen bauen.” Auf jedem Sarg, der in die Heimat zurückkommt steht: “Sorry, im Krieg wäre er ein Held gewesen. Das hier war ein Unfall. Gibt deshalb etwas weniger Rente. Sorry.”
Egal, solange wir wissen, was gut für Euch ist, ist das alles gut für Euch. Doch, echt jetzt. Ihr versteht das vielleicht nicht im Moment, aber … das wird schon. Wir sind ja noch was da.
Sagt jetzt aber ein gewählter Präsident einer Demokratie, wie der unseren, jetzt aber so was ordinäres, wie:
“Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch
auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer
Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch
Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch
militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum
Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu
verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen
negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert
werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.” (aus BUNDESWEHR
Militäreinsatz für deutsche Wirtschaftsinteressen? – zeit.de)
Na ja, da darf man dem Köhler eigentlich doch wirklich nicht gram sein, wenn
ihm mal unbeabsichtigt die politische Wahrheit zum Leben und Sterben für die
Bankenkohle rausrutscht. Der sagt, was andere denken. By the way, dem Köhler
rutscht ja öfter mal was raus:
Das Zeug zum Monarch hätte er damit ja …
Zurück zum Thema: Nee! Das ist blöd! Ich möchte das nicht kaufen!
In einer Demokratie sprechen die Volksvertreter auch für mich – und für Dich! Will ich das, was der Köhler da ausformuliert hat? Will ich, dass meine Mitmenschen für globale Konzerne in den Krieg ziehen? Nein! Das ist echt kacke. Deren Vorsitzende tragen keine Kronen, haben keine Gesichter, und haben ihre Paläste überall, nur nicht bei
uns, und von der Kriegs-Kohle sieht hier auch keiner mehr was. Den DAX am
Hindukusch verteidigen, wer will das schon?
Schlimmer noch: Köpfen, wenn’s schiefgeht, kann man heute auch niemand mehr. In einer
Demokratie sind das echt zu viele Köpfe. Die eigenen Aktien rauschen auch in den Keller, wenn man mal per Guillotinierung eine Vorstandsetage verschlanken würde. Die Börse spielt zwar dauerhaft das Stück “Des Kaisers neue Kleider”, aber die wechseln täglich die Schauspieler und haben noch nicht mal einen Regisseur. Das' is' doch auch kacke.
Nein, das will ich alles nicht. Krieg für Kapital! Nein, das will ich nicht. Auch keinen “Krieg für Öl”, wie man das Ganze bei den Amis so nennt. Nein, das will ich auch nicht.
Ich will ja gar nicht viel. Ich will Ehrlichkeit, Offenheit, Fairness, Brüderlichkeit, ein Auto, einen PeCee, Facebook, ab und an mal 3D-Kino und Ganzjahresbad, Öko-Bananen, …
In diesem Sinne: Der König ist tot, es lebe die Aktie.
… und schafft mir endlich einen MonArsch her, mein Gewissen macht schon Überstunden …
Liebes Tagebuch, ich verspürte heute heftige konservative Schübe bei dem Gedanken an dringend notwendige Reformen meiner Einstellung zu geregelter Arbeit. Auf der Suche nach geeigneten Koalitionspartnern, traf ich heute Morgen auf meinen Kater, der mein persönliches Parteiprogramm erstens um die Forderung nach bedingungsloser Grundmüdigkeit erweiterte, und zweitens, dies auch in Perfektion vorlebte. Wir beschlossen, uns rassenübergreifend zu politisieren, und uns in außerparlamentarischer Opposition zu verdingen. Der erste öffentliche Auftritt drohte allerdings zum Desaster zu werden, da nämlich genau in dem Moment, in dem ich meinen Kater, in seiner Funktion als Hauptredner ans Rednerpult trug, ein Störtrupp Mäuse auftauchte, und den Kater in ein rasendes, von Furien getriebenes, höllisch-miauendes Monstrum verwandelte, dessen geweckter Jagdtrieb sämtliche zivilisierten Tugenden wie Müdigkeit und Trägheit überlagerte. Er nahm die Verfolgung der autonomen Nager auf. Ich versuchte den Tag zu retten, in dem ich meine eigene Rede begann. Was soll ich sagen, ich wurde immer wieder von Begeisterungsstürmen unterbrochen, wenn ich zum Beispiel Sätze wie diesen sagte: “Kein Wunder, dass viele Leute an Schlaflosigkeit leiden, denn das ist die Folge, wenn man nachts nicht schläft. Schlaf muss sich wieder lohnen in dieser Gesellschaft!” Oder auch frenetisches Johlen und Pfeifen nach Sätzen, wie: “Es ist dem Menschen bestimmt, die nächste Stufe der nachindustriellen Gesellschaft zu erklimmen. Lasst uns das Zeitalter des Praktikanten auf Teilzeitbasis mit vollem Wartezeitausgleich ausrufen.” Ganz besonders wild tobte die Menge bei: “Ich fordere die Abschaffung der Vollbeschäftigung zu Gunsten der bedingungslosen Grundmüdigkeit unter Gewährleistung der ungeregelten Arbeitslosigkeit mit vollem Vergnügungsausgleich im erwerbsfähigen Alter.” Das anwesende Stimmvieh rastete förmlich aus.Als dann, in diesem, von einem Wahlkampfstrategen nicht besser zu erdenkendem Moment, der Kater mit einer erlegten Maus auf die Bühne schlenderte, sie lässig zu meinen Füssen ablegte, um dann total gechillt auf das Rednerpult zu springen, und augenblicklich auf meinem Rede-Manuskript einzuschlafen, war es um die Menge geschehen: Ich wurde auf Händen zu einem bereitstehenden Sofa getragen, welches von leichtbekleideten … An dieser Stelle bin ich aufgewacht, weil der Wecker, dieses kapitalistische, knopfbatterienbetriebene Unterdrückungs- und Folterinstrument, digitaler Fasson, in grausam hochfrequenter Art und Weise meinen evolutionstechnisch wichtigen Schlaf unterbrach. Hatte ich schon erwähnt, dass ich heftige oppositionelle Schübe nach dem morgendlichen Erwachen verspüre, wenn ich an längere Wachphasen in Verbindung mit geregelter Arbeit …
Woran merkt man, dass der Freitag mal wieder derartig freitagt? An den Nachrichten im Feed-Reader (siehe Bild oben):
Millionen Katholiken denken an Kirchenaustritt. Ja. Sie denken an Kirchenaustritt, die Katholiken, aber nur bis sie die nächsten beiden Meldungen gelesen haben, denn wer sollte sie schützen, wenn nicht die größte Social-Community auf diesem Planeten, unter Leitung von CEO Benny!? Nur er hat die Power und die noch wahrere Wahrheit, um vor Leuten wie Evo Morales Schutz zu bieten, der uns mit der sozialistischen Wahrheit konfrontiert, dass Hähnchen mit Pommes schwul machen. Quasi: “Heute bleibt die Küche kalt, wir werden schwul, und das im Wienerwald.”
Doch das ist bei weitem nicht der schlimmste Teil der simplen Morales-Wahrheit. Nein. Schwul werden, ist nur die halbe Wahrheit, denn Hähnchen mit Pommes verursachen auch Glatzen. Da tritt doch keiner mehr aus der katholischen Kirche aus, oder schlimmer noch, konvertiert zu den Evangelen. Nein! Das verhindert Benny über den Mixa-Bergen bei den sieben Missbrauchs-Zwergen, der noch tausendmal wahrer ist, als ein sozialistischer Pommes-Verweigerer aus Bolivien. Austritt ist leichtsinnig, aber es gibt ja auch noch schlimmeres, als von Hähnchen mit Pommes ein ausgetretener, schwuler Glatzenträger mit Weihrauchabstinenz, zu werden. Den Konvertierten kann nämlich noch wesentlich schlimmeres passieren: Sie glauben an Steuersenkungen! Ja. Siehe Hermann Otto Solms: "Wir werden Steuersenkungen realisieren"
Ja ja, die FDP. Das ist die Partei, die die “politische” Wahrheit quasi erfunden hat. Das ist so ein ganz spezieller Fall von Wahrheit. Die existiert und überlebt nur in ganz speziellen geschützten Politikerhirnen und darüberhinaus konsequent parallel zur Realität, wie wir sie kennen. Wieviel Hähnchen mit Pommes diese Politiker essen, weiss ich nicht, aber deren Wahrheit funktioniert so:
“Kann sein, dass Hähnchen mit Pommes schwul machen. Na und!? Viel schlimmer ist, dass der Staat durch steuerliche Belastungen den nationalen Hähnchenmarkt aus dem internationalen Wettbewerb kickt. Wenn die Bolivianer schon schwul werden, dann doch bitte an deutschen Hähnchen.”
Na jedenfalls wollen die die Steuern senken, sagt Hermann Otto Solms. “Realisieren” nennt der das. Ja, da kann man mal sehen, was dabei rauskommt, wenn man so leichtfertig Verben benutzt. Obwohls irgendwie putzig klingt im Zusammenhang mit Politik und FDP: “Realisieren”.
Der Solms ist, wie erwähnt (Achtung, liebe Katholiken), evangelisch, und glaubt wahrscheinlich sogar an das, was er da sagt. Weiter vertiefen will ich die Zusammenhänge von Hähnchen mit Pommes und dem real existierenden Liberalismus hier nicht.
Da seht Ihr, Ihr lieben Katholiken, wohin das Denken führen kann, wenn man mal austritt. Bleibt lieber wo Ihr seid: Der Benny, und seine Mixapoke, schützt Euch vor schwulen Bolivianern und sexuellumorientierungsagressiven Hähnchen, vor realisierenden Politikern, und vor, wie auch immer gearteten unbequemen Wahrheiten, und das lebenslang im Abo für den lächerlichen Preis Eurer Seele - abzustottern in kleinen Raten schlechten Gewissens. Ausserdem kümmern sich die Jungs rund um die Uhr aktiv um den Nachschub an Sünde zu Trainingszwecken. Da kann man echt nicht meckern, auch wenn die Kundenbetreuung etwas aus dem Ruder gelaufen ist. Weiss eigentlich jemand, ob Marcel D'avis Katholik ist, der könnte doch ...
Tja, Freitag, wie gesagt. Immer daran denken: Nur einer flog tatsächlich über's Kuckucksnest. Schwester Rached: Medikamentenausgabe.
Es ist an der Zeit, meine kleine Galerie der Bad-Kreuznacher-Schilda-Sehenswürdigkeiten der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Ich mach's mal wie Google: Ich stelle sie kostenlos zur Verfügung, verspreche aber, dass es nicht umsonst ist.
Wir reden hier von einer Galerie, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat: Unmissverständlich missverständlich und eindeutig zweideutig. Da ist für jeden Geschmack und Verstand was dabei. Es sei denn, ich hätte mal wieder alles komplett falsch verstanden. Was wahrscheinlich so ist, mir aber völlig unwahrscheinlich erscheint.