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An alle privatwirtschaftlichen Jugendschützer mit monetärem Eigeninteresse: Ich kam schon abgemahnt auf die Welt, aber auch mir ist klar: Platz für Gier ist im kleinsten Hirn!

 

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Abgelegt unter: Satire

Alle rufen jetzt mal Datenschutz

Datenschutzmängel: Empörte Facebook-User wechseln zu Google+ und umgekehrt

Na, da sage ich doch in diesem Falle dem Postillion einfach mal schlicht: »Danke.« Er hat das Datenschutzgeschreie der letzten paar Tage im sozialen Netzgedöhnse mit seinem kleinen Artikel schön auf den Punkt gebracht. Wer wissen will, was ich meine, muss sich schon rüber bemühen und selber lesen. Das hat er verdient, der Postillion.

Warum die Leute sich jetzt über die neue Timeline bei Facebook aufregen, ist mir komplett schleierhaft. Da sind nur die Daten jetzt hübscher aufbereitet, die der Konzern sowieso von seinem Nutzer hat. Mir hat das Facebook-Design noch nie gefallen, aber die Timelinegestaltung find' ich gut.

Böse Zungen behaupten ja, die Leute regen sich nur deshalb über die neue Timeline auf, weil jetzt noch einfacher zu ersehen ist, dass sie im Grunde nur immer wieder den gleichen belanglosen Kack Kram  posten, den jeder eh schon kennt, oder, noch schlimmer, das ihr Online-Leben nur aus Online-Spielen besteht. Das ist böse - hat aber wahrscheinlich einen wahren Kern.

Apropos Kern. Die »Superprofile« sollen das Problem sein. Die Anhäufung der persönlich produzierten persönlichen Daten bei einer oder mehreren amerikanischen Firmen sollen das Grundproblem sein. Echt? Versteh' ich nicht. Dieses Problem ist doch total einfach zu lösen: Liebe Leute, wenn Ihr das nicht wollt, dann wechselt schlicht in eins der dezentralen Netzwerke. Benutzt  doch z. B. das europäische Ipernity für Eure Bilder, statt Facebook oder Google. Benutzt einen der vielen anderen Anbieter für Eure Videos, statt Youtube. Streut Eure Daten. Nutzt verschiedene Netzwerke. Zum Beispiel das schon erwähnte Diaspora*. Da gehören Eure Daten Euch und die Werbekraken sind weit weg, wenn die Euch stören. Und so weiter. Streut Eure Daten. Oder, besser noch: Vergesst einfach, dass es um Daten geht. Unterstützt schlicht die freiheitlichen und demokratischen Gedanken, die hinter diesen kleineren Netzwerken stehen, schlicht, in dem Ihr an ihnen teilhabt. Das ist auch eine eindeutige politische Aussage. Reduziert Eure Käuflichkeit.

Diese dezentralen Netzwerke finanzieren sich zum großen Teil nicht über Werbung, sondern über Spenden. Man spendet einen Betrag und ist dafür auch kein beworbenes Produkt mehr, sondern aktiver Unterstützer. Das ist fair. Das macht ein gutes Gefühl.

Die Lösung für dieses Problem ist also simpel. Trotzdem tut's keiner. Warum? Weil, wie der Postillion es so schön auf den Punkt bringt, keiner seine Freunde, oder seine Followerbasis im entsprechenden Netzwerk verlassen will. Ok. Das leuchtet auch zunächst ein. Obwohl ich sagen muss, dass ich nach dem Wechsel zu Diaspora* keine Kontakte verloren habe, sondern neue dazu gewonnen habe.

Dazu fällt mir auch folgendes ein: Für jeden Mist werden in Facebook tonnenweise Posts und Freunde bewegt. Man kann dauernd Dinge lesen, wie: »Klickt hier, um Eure Stimme abzugeben.«, »Kopiert diesen Text, um ihn zu verbreiten, wenn Ihr ihn gut findet.«, und so weiter. Da stellt sich mir die Frage, warum das die Unzufriedenen nicht auch für ihr Wechselanliegen tun. Begeistert Eure Freunde einfach für einen gemeinsamen Umstieg. Für die ukrainischen Hunde und die nächste Superstarwahl klappt die Mobilisierung doch auch - warum nicht für das Netzwerkseelenheil und gegen die Reduzierung des eigenen Online-Ich auf Produktniveau?

Ist ok. Braucht keiner beantworten. Ist eine rhetorische Frage. Ich weiß, das ist undenkbar. Ja ja, die undenkbaren Dinge ...

Ich weiß, was das Grundproblem ist. Das Grundproblem ist die Bequemlichkeit und der Konservativismus der im Netz angekommenen Masse. Die Nutzermassen sind in den sozialen Hängematten von Facebook  - und von mir aus auch G+ - angekommen und dort haben sie es sich bequem gemacht. Die virtuellen Couchmöbel und Wohnzimmer stehen und keiner will sich in Wahrheit bewegen oder verändern. Das Netzwerk soll sich gefälligst um sie herum verändern, und zwar bitteschön so, dass man sich nicht mit unbequemen Sach-, Werte- und Politfragen auseinandersetzen muss, denn man will ja nur etwas entspannen. Ist das so, ist alles gut.

Der Wunsch ist legitim. Die Realität ist aber eine andere. Na ja, egal. Man kann das alles auch einfach ignorieren, und ab und an mal mitschreien, wenn einer »Datenschutz!« ruft. Geht auch.

Schlagzeilensex

Wie wär’s mal mit einem kleinen Schlagzeilenquickie? Ok? Los geht’s!

Verfielfältigung unter dem Label »Made in Germany«, oder, kurz gesagt, das »guttenbergen«, wird mittlerweile sogar im Vatikan praktiziert:

Kardinals-Biografien: Vatikan schrieb aus Wikipedia ab – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Netzwelt

Ich finde das allerdings jetzt nicht sooo skandalös, denn jeder weiß doch, dass sogar das christliche Hauptwerk damals schon geguttenbergt wurde. ;)

Was gibt’s noch? Ah ja, die Billigklamottendiscounter wollten eigentlich die Bedingungen der Arbeiterinnen in den entsprechenden Zulieferfabriken in Asien verbessern. Das klappt aber irgendwie nicht so richtig. Seltsam. Wahrscheinlich wehren die Arbeiterinnen sich dagegen. Kennt man ja. Frauen sind ja manchal zickig.

Billig-Kleidung von Lidl und Co.: “Das Sündenregister der Discounter ist skandalös” – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wirtschaft

Ja ja, die Deutschen brauchen billige Winterpullis, damit sie sich nicht erkälten und deswegen krank machen müssen. Da kann man nicht so inkonsequent sein und Konsequenzen ziehen.

Krank werden wir also nicht, wegen der billigen Winterpullis, oder wegen unseres schlechten Gewissens, sondern wegen Billigfleischfresserei:

Resistente Bakterien auf Geflügel – Wie gefährlich sind die Keime? – Wissen – sueddeutsche.de

Darauf kann man sich einen Reim machen:

Sind die Keime erstmal resistent
Nervt Billigfleisch permanent. Hatschi.

Themawechsel. Wann ist Satire richtig böse? Jetzt:

Anschlag in Teheran: Iranischer Atomforscher durch Autobombe getötet – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik

Na ja, tragisch, aber besser als umgekehrt, oder?

Frontberichte vom Leben - 02.01.12

Frontberichte vom Leben – 02.01.12 +++

Der Weltuntergang kann kommen. Ich hab' Backups gemacht.

tl;dr –> Ehrlich, bei diesem Thema kann ich Euch »Ich-hab-keine-Zeit-Fuzzies« sogar verstehen. Ich geb' Euch trotzdem kein Futter. Lest, oder lasst es.

Na, welche Spiele habt Ihr Silvester so gespielt? Wir haben nur eins gespielt: Saufen. Wer als erster voll ist, kotzt auf dem Weg zur Toilette in Pfeilform, damit die anderen später den Weg finden.

Ihr findet das ekelhaft. Also, bitte! Ehrlich!? Im Angesicht des bevorstehenden Weltuntergangs wird man ja nochmal seine geheimsten Phantasien ausleben dürfen. Ich schreibe das sogar in Facebook. Das kann von mir aus sogar mein Chef lesen. Bevor ich in Hartz IV rutsche ist eh alles vorbei.

Die Vorboten des Weltuntergangs merkt man ja schon überall. Zum Beispiel macht 2012 ja offensichtlich jetzt schon einiges anders als seine Vorgänger. Alleine die Nummer mit den Frühlingstemperaturen ist ja mal rotzfrech. Will sich wohl mit zweistelligen Temperaturen bei uns einschleimen, das 2012. Wird wahrscheinlich auch ein Wahnsinnsfrühjahr und einen Supersommer hinlegen, das 2012. Aber Freunde, das dicke Ende kommt am Ende. Ich sag’s nochmal: Weltuntergang und so.

Es gibt noch vielmehr eindeutige Anzeichen. Die klügste Band der Welt, Ihr wisst schon, das sind die, die vor Jahren hier das Religionsmonopol gebrochen haben übernommen haben: »Die Ärzte«. Die nämlich nennen ihre neue Tour »Das Ende ist noch nicht vorbei« und kündigen für 2013 eine längere Pause an. Haha, sehr witzig. Sinn- und augenfälliger geht’s ja nun wirklich nicht. Obwohl ja viele Ärztefans noch über diese Titel grübeln, und über deren Bedeutung spekulieren. Kleiner Tipp für die Betroffenen: »Maja» heißt rückwärts gelesen »Die Ärzte«. Echt jetzt.

Wird ja aber auch Zeit für Weltuntergang, oder!? Wieviel Alkohol soll man denn noch trinken? Wir haben eine Kanzlerin, die den Euro rettet, statt eine lebenswerte Gesellschaft zu bauen. Wir haben einen Präsidenten, der die BILD für ein seriöses, vertrauenswürdiges Presseorgan hält. Jopi Heesters ist tot und Dieter Bohlen … Großes Spaghettimonster, wenn ich mir vorstelle, dass der Präsidentenposten demnächst vakant wird und jemand kommt auf die Idee, den Dieter … Mir wird gerade schlecht. Gute Güte, das dauert ja noch so lange bis Dezember 2012!?

Obwohl man ja schon weiß, wie die Welt untergeht. Also, zumindest, wie sie hier bei uns untergeht. Das übernimmt nämlich ein Supervulkan hier in Europa: The Supervolcano That Can Devastate Europe Is Showing Signs of Awakening.

Ja, da staunt der Pfarrer und die Gemeinde wundert sich. Da haben die Majas sauberer recherchiert, als die Bibelschreiber damals: von dem Untergangsding mit Vulkan steht nämlich nix im Christenzentralorgan.

Ich glaube ja, dass dies ein schweres letztes Jahr gerade für uns Deutsche wird. Ist doch völlig klar, warum KT zu Guttenberg sich so mit seinem Comeback beeilt: der will vorm Weltuntergang nochmal ran. Das ist der seinem Hochhaus-Ego schuldig. Wahrscheinlich wird der Gabriel auch auf vorgezogene Neuwahlen hinarbeiten. Der will auch nochmal ran. Den Revoluzzern im Nahen Osten müsste man auch Bescheid geben. Das muss jetzt alles ein wenig schneller gehen, wenn die Erde demokratisch untergehen soll.

Meine persönlichen Ängste vorm Weltuntergang hab' ich aber auch noch nicht verarbeitet. Das muss ich zugeben. Ich persönlich hab' ja zum Beispiel wirklich Angst davor, dass der FC Bayern der letzte Bundesligameister wird. Ehrlich, dass geht gar nicht. Oder! Noch viel schlimmer: Ich muss der Bundeskanzlerette vielleicht Abbitte leisten, weil ich immer so auf ihrem »alternativlos« rum hacke. Dabei hat die Frau wahrscheinlich das absolut richtigste und treffendste Wort im Zusammenhang mit dem Weltuntergang erfunden. Verdammt. Das tut weh. Ich will der nicht recht geben müssen.

Im Moment beruhige ich mich noch damit: Weltuntergang ist nicht schlimm. Ist wie Sendeschluß. Das hatten wir früher dauernd.

#2012 #Weltuntergang #gibtschlimmeres #Hämorrhoiden #zumbeispiel #Fun #Humor #stopmakingsense

zu abonnieren unter: #Frontberichtevomleben

Frontberichte vom Leben - 22.12.11

tl;dr –> Alles wird gut – irgendwie irgendwo. Ich darf jammern. Steht in der Verfassung im Grundgesetz.

Liebes Internettagebuch, es ist niederschmetternd: auch die längste Nacht endete zu früh für mich.

Trotzdem glaube ich, dass das ein Wendepunkt ist. Alles wird wieder besser und heller werden. Hilft mir nur jetzt nix – bin müde. Mir fallen die Augen zu. Da helfen auch die Kreditklemmen nicht, von denen die jetzt alle reden. Ich seh’s doch gerade vor mir: kommen doch nur niedrige Zinssätze raus. Wer will denn so was lesen?

Eigentlich könnt' ich ja weiter schlafen und darauf vertrauen, dass meine gewählten Volksvertreter die Augen für mich offen halten und für den rechten umfassenden Weitblick sogar schwindelnde Höhen erklimmen, z. B. den Guttenberg. Die verstehen das System aber nicht richtig: denn der Politeusen-Blick ist dort oben, wo die Luft zu dünn zum denken atmen ist, immer schön in die Ferne gerichtet, darum merkelt auch keiner was von der bedingungslosen Grundmüdigkeit auf der Talsohle.

Ach egal. Interessiert ja eh keinen, was ich schreibe, hier auf’m Internet-Land, in der Diaspora, wo sich schon nicht mal mehr Wulff und Unternehmer gute Nacht sagen. Dabei sollten sich die Großstadtfuzzies an uns hier auf’m Land ein Beispiel nehmen: unsere Banken sind gerettet. Und wer hat’s getan? Der Gemeindediener – ganz allein.


Heimat – jo.jmatic – Picasa-Webalben

Der Mann weiß, wo man die Hebel ansetzen muss. »Gemeinde« und »Diener« ? Das erinnert mich an …? Hmmm … Ah ja! Staatsdiener. Tse, Irrsinn, was? Man kann nicht mit ihnen, man kann aber auch nicht ohne sie. Oder?

Jetzt werden die Tage wieder länger. Ja, das Leben ist ein ewiger Kreislauf.


via (Bild) – netcrap in a soup

Worüber aufregen?

Wollt Ihr mal wissen, was mein Problem ist? Nein, wahrscheinlich nicht. Warum seid Ihr dann hier? Das ist meine Seite und ich kann hier meine Probleme auswalzen, so breit das die Monitorauflösung überhaupt zulässt. Ich kann hier jammern und weinen, bis der Sabber aus den Lüftungsschlitzen Eurer Netbooks quillt, die Ihr gerade auf dem Schoß habt, oder eben so lange, bis Euch das Smartphone, das Ihr gerade in der Hand haltet, vor lauter Glitschitränendrüsensekret aus der Hand flutscht.

Jawohl. Das kann ich hier. Hier darf ich das. Das sind meine Pixel, die Euch da gerade anblinken. Na ja, nicht wirklich meine. Die sind quasi nur ausgeliehen – gemietet. Also tatsächlich könnten die jederzeit von irgendjemand gelöscht, abgeschaltet oder verändert werden …  Aber das ist eine andere Geschichte.  

Was wollte ich eigentlich sagen? Ah ja, wisst Ihr, was mein größtes Problem morgens ist? Mein größtes Problem ist die Tatsache, dass ich morgens nicht weiss, worüber ich mich zuerst aufregen soll.

Nehmen wir nur mal den heutigen Morgen. Ich lese den News-Reader und was sehe ich:

Parteiloser Papademos als Ministerpräsident im Gespräch – Führt ein Finanzexperte Griechenland aus der Krise? – Politik – sueddeutsche.de

Ein Finanzexperte soll Griechenland und damit die EU retten. Aha. Ein Finanzexperte. Also einer von den Jungs, die 2008 die große Finanzkrise ausgelöst haben. Einer von den Jungs, die vor 2008 davon ausgegangen sind, dass so etwas, wie 2008 passiert ist, gar nicht passieren kann. Einer von den Jungs, die auch nie damit gerechnet hätten, dass sich mal einer von den Jungs aktuell und nebenbei um 55 Mrd. Euro verrechnet.

Was fällt mir dazu ein? Mal sehen: Kräht der Finanzexperte auf dem Mist, ändert sich auf keinen Fall was, denn die sorgen dafür, dass alles so bleibt, wie es ist.

Weiter geht’s:

Gemma Gemma Gemma da #GEMA Geld … GEMA kassiert für eine Veranstaltung, auf der einzig CC-Musik lief – via D* – Bembel ::BK

Die GEMA kassiert pauschal Kohle von einer Veranstaltung, auf der CC-Musik lief. Warum? Na, das ist einfach zu beantworten: Weil sie es kann. Wo geht die Kohle hin? Keine Ahnung. Ich weiss nur, wo sie nicht hingeht: Sie geht nicht zu den Künstlern, die die CC-Musik für die Veranstaltung geliefert haben. Ist ja logisch, die sind ja auch nicht in der GEMA. Noch Fragen?

Oh, das ist hier auch gut:

jo jmatic – Google+

Ja, G+ hat ja mein Profil dort gesperrt. Mittlerweile läuft die dritte Überprüfung. Jetzt gibt es seit gestern aber die neuen »Business-Seiten«. Da dachte ich mir, ich sollte vielleicht mal wieder nachschauen, was sich auf meiner Seite so tut. Und siehe da, ich konnte problemlos eine Seite anlegen. Ratet mal für wen? Richtig! jo jmatic! Ratet mal mit welchen Inhalten? Richtig …

Spontan fiel mir dazu ein:

Rosen sind rot. Veilchen sind blau. jo ist schizophren, aber Google+ ist es auch.

Nein, man muss das verstehen. Prinzip ist Prinzip. Haltung ist Haltung. Da kennt man keine Konsequenzen.

Das nächste Aufregerchen ist was für Feinschmecker:

126.000 Fässer schwach- und mittelradioaktiver Müll lagern in dem einsturzgefährdeten Ex-Bergwerk, in dem die Atommülllagerung erprobt wurde. Atommülllager Asse: Aufklärung mit Hindernissen – taz.de

Es gibt Sätze auf dieser Welt, die beschreiben in ihrer einfachen, klaren, brutalen Schlichtheit eine derart kafkaeske Situation, dass es einen den Kaffee über die ökostrombetriebene Hardware spucken lässt: »[…]lagern in dem einsturzgefährdeten Ex-Bergwerk, in dem die Atommülllagerung erprobt wurde.[…]«

Schön, oder? So simpel ist das: Man erprobte in einem einsturzgefährdeten Bergwerk die Einlagerung der gefährlichsten Materie, die wir auf der Welt haben. Ach, … dieser Satz hat was von der schönen Schlichtheit eines berühmten Goethe-Gedichts.

Wisst Ihr jetzt, was mein Problem morgens ist? Mein Problem ist die Tatsache, dass ich nicht weiss, worüber ich mich zuerst aufregen soll …

PS: Mein Nachbar sagt gerade, ich solle doch bitte froh sein, wenn das mein einziges Problem ist.

PPS: Äh? Was, wenn er recht hat?

PPPS: Was, wenn es tatsächlich so ist, dass einen die Tatsache, dass man nicht weiss, worüber man sich aufregen soll, davor schützt, dass man sich konkret über eine Sache aufregt, und dann … Ja, was dann? Und dann möglicherweise konkret etwas dagegen tut!? Konsequenzen und Haltung zeigt?

PPPPS:

Wenn wir uns selbst nach Argumenten für verschiedene Handlungsmöglichkeiten befragen, gehen wir diese zwar eine nach der anderen durch; doch bevorzugen wir unwillkürlich stets die erste Option. Bei dem inneren Plädoyer für die erste Wahlmöglichkeit unterdrücken wir automatisch jene Gründe, die für andere Optionen sprechen, weil sie mit der ersten Option in Konflikt gerieten. Dieser Mechanismus führt dazu, dass die unterdrückten Argumente später mehr Schwierigkeiten haben, wieder an die Oberfläche zu kommen, wenn »ihre« Frage »dran ist«. …
Psychologie: Jiu-Jitsu für die Psyche | Wissen | ZEIT ONLINE

PPPPPS: So'n Quatsch.

Ein Nachruf

Soziale Netzwerke: Google+ hat 40 Millionen Mitglieder | Digital | ZEIT ONLINE

Ich korrigiere: 40000000 - 1

Mein Googleplus-Account wurde heute Morgen gesperrt.

Meine Exit-Strategie zur Namensänderung - unter dem Titel »Bleib stur, egal, was kommt. Das hast du eine ganze Pubertät lang geübt. Das kannst du.« - ging damit voll auf ... oder in die Hose, je nachdem, wie ich es betrachten möchte.

Befinde mich nun also in der außergoogelischen Opposition, und sinniere über mein weiteres Vorgehen nach. Habe bisher nur subversive Ideen und Gedankengänge generiert. Der böse Teil meines virtuellen Ichs würde Google gerne gerade ans Bein pinkeln, weiß aber nicht wo der Konzern steht. Kein Wunder, der Riese weiß es ja selber nicht.

Was ist nun zu tun?

Könnte mich umbenennen und mich als »Wil.i.am II.« in G+ neu anmelden und dann Wolfgang-Petry-Texte, die ich vorher in mein Schulenglisch übersetze, in Hangouts vortragen. Ich nenne diesen Plan die »Facebookisierung von G+«, oder auch: »Gehirne essen auf deutsche Art«.

Könnte mich aber auch als Guido Westerwelle anmelden und in meinem ersten Post betonen, dass ich mir diese Facebook-Anmeldung reiflich überlegt habe. Danach veröffentliche ich dann meine Thesen zu den sozialen Netzen:

  1. Öffnung der Grenzen zwischen den Netzwerken. Freier und ungeschützter Postingverkehr muss möglich sein. Der Markt räkelt sich selber.
  2. Deregulierung der Identitätsfrage. Namen werden überwertet. Unterschrift: Jido Fister Filly
  3. Ich schlage Philip Rösler als Nachfolger von Mark Zuckerberg vor, und Rainer Brüderle übernimmt Google.

Ich nenne diesen Plan »Die Splitterpartei im Auge Googles«.

Am realistischsten erscheint mir momentan aber meine Idee Googleplus mit Flaschenposts zu überschwemmen. Erste Versuche sind allerdings gescheitert. Mein Netbook hat den ersten Flaschenwurf auf das geöffnete Googleplus-Tab nicht sauber absorbiert. Der Nachbar meinte, ich müsse unbedingt an der Analog-Digital-Wandlung arbeiten.

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Der Nachbar meinte auch, in der Zwischenzeit könnte ich ja willige D*-User, die noch einen Googleplus-Account besitzen, rekrutieren, damit sie dann meine revolutionären Posts nach G+ verlinken.

Ach Gottchen, ja, das ist ja simpel. Die Idee könnte von mir sein. Ok. Könntet Ihr das wohl tun?

Grüße
der in G+ nichtexistierende jo

PS: Ich hab' Chrome in Sippenhaft genommen und ihn heute schon dreimal verräterische Browsersau genannt, wenn ich versucht habe G+ vollzuschreiben.

PPS: Ich hab' mir meinen Nachruf der Einfachheit halber mal selbst geschrieben.

Ein Nachruf

Er war ein anständiger Googlebürger. Er schrieb regelmäßig seine Loblieder auf Google und leerte ebenso regelmäßig sein GMail-Fach.

Er fiel in der großen Schlacht am Little Klick Porn gegen eine Übermacht der Korinthenkacker. Er verteidigte die Fahne der Pseudonymen bis zum letzten Klick. Er hatte einen Plan, doch den hatte General Custer auch.

Möge sein Profil in Frieden ruhen und seine G+-Texte dorthin aufsteigen, wo die Pixel nicht schimmeln.

Amen.

PPPS: Aus dem googlchen Off schreie ich auch noch folgenden Satz:

»Der schlimmste Lump im ganzen Land, das ist der Denunziant«

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Die bösen alten Lieder

Besser kann man Deutschland kaum beschreiben:

Kabarettist Georg Kreisler: "Blumengießer, das sind die Ignoranten" | Kultur | ZEIT ONLINE

ZEIT: Haben Sie das Publikum mal an sich herankommen lassen?

Kreisler:  Ja – einmal besonders nah. Das war in der Stuttgarter Liederhalle. Aber es ist lange her. Es war ausverkauft, und vor der Tür standen noch ungefähr 30 Leute, die keine Karten mehr bekommen hatten. Da hab ich gesagt: Auf der Bühne ist noch Platz, da steht ja nur mein Klavier, dort könnten doch noch Leute sitzen. Aber die Feuerwehr war dagegen: Auf die Bühne, hieß es, dürften nur Leute, die mitwirken. Dann wirken sie eben mit, sagte ich. Wir stellten Stühle auf die Bühne, und ich habe mit ihnen Kinderlieder gesungen, und somit wurden sie mein Chor und durften auf der Bühne sitzen bleiben. So was könnte man heute wahrscheinlich nicht mehr machen.

Köstlich, oder!?  Doch simple Bonmots sind zu kurz gegriffen, wenn es um Georg Kreisler geht. Ein Mann, den ich schon ewige Zeiten verehre. Ich liebe seine bösen, alten Lieder.  Georg Kreisler feierte vor kurzem seinen neunzigsten Geburtstag und wurde von Reportern der ZEIT interviewt. Es lohnt, das oben verlinkte Interview zu lesen. Ein Mann, ein Künstler, der immer noch Klartext spricht, auch wenn Metaphern verwendet, wenn er karikiert, wenn er verklausuliert und wenn er Fragen hat, die er nicht beantworten kann. Er ist einer mit Ecken und Kanten. Ecken und Kanten, die so wichtig sind, damit man etwas schaffen kann, was Menschen wirklich bewegt.

Nicht falsch verstehen. Ich meine nicht »bewegen« im Sinne von »Das gefällt jedem. Das tut keinem weh«. Ich meine damit politische und gesellschaftskritische Kunst, die die Menschen in eine Richtung bewegt - Richtung Zukunft.

Ich wär' froh, wenn ich meinen Songs auch nur einen Bruchteil von seiner Klarheit und seiner Kreativität verleihen könnte, aber da komme ich nie hin. Egal. Ich gratuliere uns zu diesem Menschen. Was für ein Glück die Lebenszeit mit einem solchen Künstler zu teilen.

Er schreibt keine Lieder mehr sagt er, weil er alles gesagt hat, aber er sagt jetzt eben kurz und knapp, was er denkt:

Kreisler: Jetzt erweist sie sich eventuell als heilsam. In den arabischen Ländern weiß man, man will nicht zu den Mubaraks zurück. Die Masse ist durch das Internet nicht mehr so manipulierbar wie zu meiner Zeit. Früher wurden die Leute durch das Radio beschallt. Das Internet dagegen ist Anarchismus. Es wird dort natürlich auch viel Schmarren verbreitet, das sehe ich schon, wenn ich mich hin und wieder an den Computer begebe und aufrufe, was über mich selbst geschrieben wird. Aber trotzdem könnten die Völker durch das Internet aufgeklärt werden und erfahren, dass es eine Welt außerhalb von Diktaturen gibt.

»Meine Freiheit muss noch lang nicht Deine Freiheit sein. Meine Freiheit: Ja. Deine Freiheit: Nein!«