Meine Damen und Herren, liebe Kinder,
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Es sendet auch außerhalb der internetüblichen Sendezeiten - zwischen 22 und 6 Uhr - Beiträge zu Intelligenz-Dilettantismus und Missverständlosigkeiten.

 

An alle privatwirtschaftlichen Jugendschützer mit monetärem Eigeninteresse: Ich kam schon abgemahnt auf die Welt, aber auch mir ist klar: Platz für Gier ist im kleinsten Hirn!

 

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Abgelegt unter: Merkel

Frontberichte vom Leben - 22.12.11

tl;dr –> Alles wird gut – irgendwie irgendwo. Ich darf jammern. Steht in der Verfassung im Grundgesetz.

Liebes Internettagebuch, es ist niederschmetternd: auch die längste Nacht endete zu früh für mich.

Trotzdem glaube ich, dass das ein Wendepunkt ist. Alles wird wieder besser und heller werden. Hilft mir nur jetzt nix – bin müde. Mir fallen die Augen zu. Da helfen auch die Kreditklemmen nicht, von denen die jetzt alle reden. Ich seh’s doch gerade vor mir: kommen doch nur niedrige Zinssätze raus. Wer will denn so was lesen?

Eigentlich könnt' ich ja weiter schlafen und darauf vertrauen, dass meine gewählten Volksvertreter die Augen für mich offen halten und für den rechten umfassenden Weitblick sogar schwindelnde Höhen erklimmen, z. B. den Guttenberg. Die verstehen das System aber nicht richtig: denn der Politeusen-Blick ist dort oben, wo die Luft zu dünn zum denken atmen ist, immer schön in die Ferne gerichtet, darum merkelt auch keiner was von der bedingungslosen Grundmüdigkeit auf der Talsohle.

Ach egal. Interessiert ja eh keinen, was ich schreibe, hier auf’m Internet-Land, in der Diaspora, wo sich schon nicht mal mehr Wulff und Unternehmer gute Nacht sagen. Dabei sollten sich die Großstadtfuzzies an uns hier auf’m Land ein Beispiel nehmen: unsere Banken sind gerettet. Und wer hat’s getan? Der Gemeindediener – ganz allein.


Heimat – jo.jmatic – Picasa-Webalben

Der Mann weiß, wo man die Hebel ansetzen muss. »Gemeinde« und »Diener« ? Das erinnert mich an …? Hmmm … Ah ja! Staatsdiener. Tse, Irrsinn, was? Man kann nicht mit ihnen, man kann aber auch nicht ohne sie. Oder?

Jetzt werden die Tage wieder länger. Ja, das Leben ist ein ewiger Kreislauf.


via (Bild) – netcrap in a soup

Die Guttenberg-Verteidigung

tl;dr –> … nicht so wichtig; klick weida, Alda.


Quelle: Polaroids – jo.jmatic – Picasa-Webalben

«Der Bundespräsident macht eine hervorragende Arbeit, und das, was im Raume steht, wird von ihm persönlich aufgeklärt», sagte Merkel am Montag am Rande eines Besuchs der Bundeswehrsoldaten im Kosovo. «Deshalb glaube ich, dass es wichtig ist und richtig ist, dass heute auch bestimmte Dokumente eingesehen werden können, und dass alles für die Aufklärung getan wird.» Die Kanzlerin ergänzte: «Ansonsten hat der Bundespräsident mein vollstes Vertrauen.»

Quelle: Bundespräsident: Merkel hat vollstes Vertrauen zu Wulff | ZEIT ONLINE

Ich nenne das

»die Guttenberg-Verteidigung«*.

Warum? Darum:

Merkel hatte bereits am Montag noch vor Guttenbergs Rede signalisiert, ihn wegen der Plagiatsvorwürfe als Minister nicht einfach fallen lassen zu wollen. Sie habe Guttenberg nicht als wissenschaftlichen Assistenten oder Doktoranden ins Kabinett geholt. „Mir geht es um die Arbeit als Bundesverteidigungsminister. Die erfüllt er hervorragend, und das ist das, was für mich zählt“, hatte die Kanzlerin gesagt.

Quelle: Plagiatsaffäre: Merkel unterstützt Guttenberg nach Doktor-Verzicht – Nachrichten Politik – Deutschland – WELT ONLINE

Same procedure as every year: Frau Merkel hat ja Herrn Wulff schließlich nicht als atypische, klüngelfreie, unabhängige, glaubwürdige und ehrliche Politikranderscheinung ins Amt geboxt; da hätte dann ja auch gleich Köhler bleiben können, oder aber Gauck es werden können. Nein, Frau Merkel wollte den Parteisoldaten Modell »Wackeldackel mit genetisch eingepflegter Beißhemmung« in dieser vorgeschobenen Stellung. Genau diesen Job hat Herr Wulff bisher ja auch hervorragend und entsprechend der Merkelchen Stellenausschreibung erledigt. Frau Merkel sieht es, und drückt es also folgerichtig aus, wie bei zu Guttenberg: »Der Mann funktioniert, tut das, was ich von ihm erwarte und drum kümmert’s mich nicht die Bohne, was da moralisch schleift, solange es juristisch nicht relevant ist. Klar soweit!?«

Ob Wulff gehen darf oder bleiben muss, ist mir fast wurscht, denn erstens hat die Beschädigung des Amtes schon mit dem Rücktritt Köhlers und der Bevorzugung der Berufspoliteuse Wulff gegenüber dem Zeigefinger-Nutzer Gauck stattgefunden, und zweitens hat eine Nation, die eine Merkel, einen Westerwelle, eine von der Leyen, einen Rösler und einen Seehofer erträgt, mit einem juristisch abgesicherten Präsidenten Wulff kein Problem, oder!?.

Ich wollte jetzt noch was zur Lernfähigkeit von Frau Merkel sagen, aber … och nö. Ich wollt' auch mal die Frage stellen, ob’s schon die »Lasst Wulff in Ruhe«-Facebook-Gruppe gibt, aber … och nö.

Ich hab' aber gerade noch ein Synonym für »Politiker, die im Trüben fischen« gefunden: »mischmaschmeyern«*. Damit kann man das böse Aktiv im bisherigen Ausdruck vermeiden und das Passiv betonen: »Sorry, ich wurde gemischmaschmeyert. Ich hab’s aber nicht bemerkt. Ich hab' das nicht gewusst.« Das Volk denkt dann: »Boah, der war voll Opfa!«. Das verhindert zwar nicht den Rücktritt, macht aber den runderneuerten Wiedereinstieg früher wieder möglich. Interessierte Politiker können sich ja bei mir melden, wenn sie diesen Ausdruck kommerziell nutzen wollen.

Quelle: Polaroids – jo.jmatic – Picasa-Webalben

* = copyright ganz viermal by jo jmatic, 2011

** = copyright immer zweimal mehr by jo jmatic, 2011

Tagebuch eines Missverständnislosen - #8

Tagebuch-header

Ausgabe #8 vom Tagebuch befasst sich mit Gott und der Welt. Kleiner ging's wirklich nicht, denn ich hab' ja auch länger pausiert. Da muss man dann schon ein wenig ausholen, um den Faden zu verlieren.

Beim Stichwort »orientierunglos« fällt mir dann auch sofort ein, dass ich einige der Protagonisten in dieser Ausgabe erwähnen wollte: Merkel, Westerwelle, Papst, Gott. Die tauchen auch ungefähr in dieser Reihenfolge auf - und wieder ab.

Ein kleiner Hinweis noch: Diese Tagebuchausgabe hat einen Appendix, einen Epilog, einen Schwanz, einen Nachklapp, ein dickes Ende, eine Nachwirkung, Nachwehen, ein Nachwort, einen Ausklang, ein Nachspiel ...

Wer sich jetzt noch traut, kann ja klicken:

(download)

By-nc-nd

PS: Sorry, hatte eben aus Versehen eine alte Version von 2010 hochgeladen. Passt ja irgendwie ... Jetzt stimmt's aber. 8-)

Die Deutschen mal wieder

Es ist schon schlimm genug, sich dauernd für die Achtziger Jahre entschuldigen zu müssen. Wie ich aber nachfolgenden Generationen erklären soll, dass ich dabei war, als das hier passierte:

Angela Merkel ist wieder die mächtigste Frau der Welt

weiß ich beim besten Willen nicht.

PS: Um das ganze Ausmaß dieser Tragödie deutlich zu machen, erwähne ich jetzt noch kurz den Namen »Westerwelle«.

Angelas Gedanken kreisten über der Türkei

Angela Merkels Regierungsmaschine mit einer großen Delegation an Bord musste in der Nacht zum Dienstag zwei Stunden über der Türkei kreisen, bevor die Genehmigung zum Überqueren des iranischen Luftraums erteilt wurde. Die zuständigen Behörden hatten kurzzeitig den Überflug verweigert. (Auslandsreise: Iran blockiert kurzzeitig Merkels Indien-Flug - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik)

Angela Merkel bekam vom Iran zwei Stunden Zeit, um ihre Gedanken über der Türkei kreisen zu lassen. Danke, liebe Iraner.

Verstrickungen

Wie sieht das aus, wenn sich Christen in ihren Glaubensauslegungen verstricken? 

So sieht das aus:

Richter kritisiert Kanzlerin scharf
«Diese Äusserung – für die Tochter eines christlichen Geistlichen verwunderlich und abseits aller Werte wie Menschenwürde, Barmherzigkeit und Rechtsstaat – begründet den Anfangsverdacht einer Straftat nach Paragraf 140 des Strafgesetzbuches», steht in der Anzeige, die am Donnerstag bei der Hamburger Staatsanwaltschaft eingereicht wurde. (aus: Freude über bin Ladens Tod: Richter will Merkel an den Kragen - Ausland - News - Blick.ch)

Ja. Nein. Ganz anders:

Osama war böse
Derweil verteidigt Volker Kauder, Unions-Fraktionschef die Bundeskanzlerin. «Als Christ gibt es für mich das Böse in der Welt. Osama war böse. Und man darf sich als Christ freuen, wenn es weniger Böses auf der Welt gibt», erklärt er «Focus Online». (aus: Freude über bin Ladens Tod: Richter will Merkel an den Kragen - Ausland - News - Blick.ch)

Ich glaube, im Islam funktioniert das auch. Sagt man so.

Atompolitik und Landtagswahlen

Die Landtagswahlen am kommenden Sonntag in RLP rücken unaufhaltsam näher und Bürger muss sich entscheiden. Mittlerweile gibt es ja sogar hier zwischen ministerpräsidialem Amtsinhaber und Herausforderin TV-Duelle mit, ähem ..., ja, zweifelhaftem Wert, würde ich meinen. Aber gut, dass muss jeder selber für sich herausfinden.

Nur soviel dazu: Die Kontrahenten werfen mit Zahlen und wertlosen Emotionen um sich, und die hochmodernen Fernsehanstalten sind nicht in der Lage, die Zahlen sofort und auf der Stelle zu überprüfen und Ergebnisse zu präsentieren. Das lieber SWR ist schwach. Mehr als schwach. Man könnte sehr simpel vorher mit den Kontrahenten vereinbaren, dass sie ihre Zahlen und Statistiken, die sie verwenden wollen vorher angeben müssen, damit der Sender sie prüfen, verifizieren und ggfs. grafisch darstellen kann. Dann wäre die ganze Zahlenspielerei überhaupt sinnvoll und transparent.

Mir wär' lieber, die Redezeit der Politprofis wäre um ein Drittel gekürzt, dann hätten die erstens nicht die Gelegenheit, alles doppelt zu sagen, und zweitens könnte man in der gewonnenen Zeit ihre Aussagen auf der Stelle überprüfbar präsentieren. Hinterher setzt sich doch kaum noch einer von uns bürgerlichen Wahlkampf-Voyeuren hin und recherchiert diese Zahlen aus dem Gedächtnis. Ich stelle meinen Vorschlag mal unter CC. Das meint, liebe Fernsehsender, den dürft Ihr gerne verwenden. ;)

Realpolitik geht derweil allerdings anders, und wie die funktioniert, das zeigt uns dieser Artikel: Atompolitik und Landtagswahlen - Brüderle: AKW-Moratorium ist nur Wahlkampf-Taktik - Politik - sueddeutsche.de

In dem Artikel wird beschrieben, wie Herr Brüderle vor der Spitze der deutschen Industrie, inklusive Führungsriege des Lobbyverbandes BDI eine Rede hält, oder halten will. Die Anwesenden im Saal erfahren aber in diesem Moment, dass die deutsche Regierung ein Moratorium beschließt und Kernkraftwerke abschalten will. Rumoren und Donnergrollen im Saal und Herr Brüderle sieht sich zu einer Reaktion genötigt, die wie folgt ausgefallen ist: 

Ausweislich des Protokolls der Sitzung gibt Brüderle darauf eine folgenschwere Antwort: "Der Minister bestätigte dies", steht darin, "und wies erläuternd darauf hin, dass angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen Druck auf der Politik laste und die Entscheidungen daher nicht immer rational seien." Im Übrigen sei er, Brüderle, ein Befürworter der Kernenergie, auch mit Rücksicht auf Branchen, die besonders viel Energie verbrauchen. "Es könne daher keinen Weg geben, der sie in ihrer Existenz gefährde", befindet Brüderle laut Protokoll.

Liest sich erstmal harmlos, ist aber im Grunde derart demaskierend, dass es den Freunden und -eundinnen von CDU/CSU und FDP den Atem verschlagen müsste. Weil's der Anlass hergibt, darf ich mich vielleicht mal auch mal selbst aus einem meiner letzten Liedtexte zitieren:

[...] Will uns der Brüderle den Biosprit als ökologisch gut verkaufen
dann lass’ ich ihn im Autosalon auf allen Vieren laufen.
Danach darf der Umweltminister Männchen machen üben
vor den Chefetagen der der Atomindustrie, die Presse wird es lieben. [...]
(Ich würd' so gern - Virtu(ell)nwaswirkönnen)

Ja, da kann man mal sehen. Ich dachte, man müsste die zwingen sich zu entblößen, aber weit gefehlt: Die machen das freiwillig! Oder sagen wir so: Der Herr Brüderle war da vielleicht nicht so momentan. ;)

Schwarz-Gelb ist und bleibt die Atom- und Katastrophenkoalition. Da ist so mancher Kern sowieso schon geschmolzen und verstrahlt die Umgebung. Da gibt's noch so manchen politischen Brennstab, der noch nicht endgelagert ist, denn Frau Merkel meint doch tatsächlich, dass man mit der Themenverquickung „Atomkraft und Arbeitsplätze“ noch Wahlkampf retten kann:

Merkel bekräftigte am Mittwoch ihre Devise vom "Ausstieg mit Augenmaß". "Furcht ist kein guter Ratgeber", sagte die Kanzlerin bei einer Wahlkampfveranstaltung. Es müsse darauf geachtet werden, dass Strom in Deutschland bezahlbar bleibe und dass keine Arbeitsplätze verloren gingen. (aus: Atom-Moratorium: Brüderle begründet AKW-Notstopp mit Wahlkampf - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik)

Sagenhaft. Es ist mir schleierhaft, wie man sich das noch trauen kann. Es ist mir aber noch schleierhafter, wie das funktionieren kann. Insofern bin dankbar für solcherart Satire, wie es ein paar junge und begabte Kreuznacher Filmemacher hingekriegt haben, in dem sie eine leckere kleine Satire zum Besuch von Merkel in Bad Kreuznach zu Wahlkampfzwecken produzierten und die handelnden Personen plus die ortsansässige Claqeurgarde mal sehr schön sinnentleert präsentierten. So funktioniert Wahlkampf. 

Randbemerkung an die Macher: Grandiose Musikauswahl! Extra3 hätt's nicht besser hingekriegt.

Tagebuch eines Missverständnislosen - #7

Tagebuch-header

Ausgabe #7 vom Tagebuch eines Missverständnislosen trägt den Titel: „Atomgirl - Herrin über gespaltene Atome und ebensolche Zungen“. Da muss man dieser Tage schon fast nichts mehr über den Inhalt dieser Ausgabe sagen. Die nichthandelnden Hauptpersonen dieser kleinen Geschichte sind unsere Spitzenpoliteusen Angela M. und Guido W. Ein Schelm wer hierbei an Richtungsweisendes denkt.

Aufmerksame Leser dieses kleinen Blogs werden schnell bemerken, dass es sich um die Audio-Umsetzung des gestrigen Artikels handelt. Es gibt ja Menschen, die nicht so gerne lange Texte im Netz lesen und drum können die jetzt auf den Play-Button klicken und meinem Gestammel lauschen. Viel Vergnügen.

(download)

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