Virtu(ell)nwaswirkönnen  - das verspreche ich hiermit der Welt und ihrem Mann, dem Nichts.

Mineralien - Billionen - Köhler

"Das Endspiel hat begonnen"


Die Veröffentlichung der Rohstofffunde fällt in eine brisante Zeit: "In Afghanistan hat das Endspiel begonnen", sagt ein ausländischer Beobachter. Er meint, angesichts des absehbaren Abzugs der Nato versuchten Regionalmächte und Staaten mit strategischen Interessen, sich am Hindukusch neu zu positionieren.

Die aufstrebende Wirtschaftsmacht Indien wird ebenso hungrig auf die Bodenschätze schauen wie China. Auch Pakistan, das von einer Wirtschaftskrise zur nächsten dümpelt, dürfte Interesse zeigen – wie der Nachbar Iran, der misstrauisch die wachsende Zahl von US-Militärstützpunkten und Soldaten vor seiner Haustür beobachtet und wie Islamabad zunehmend am Hindukusch mitmischt.

Es ging gestern schon durch Twitter: Zum "Saudi-Arabien des Lithiums" wird sich Afghanistan wandeln, sagen (Achtung!) “Geologen des US-Verteidigungsministeriums”, nach der Entdeckung von unglaublichen Mineralvorkommen. So steht's im Artikel der Frankfurter Rundschau zu lesen: “Mineralien im Billionen-Wert - Afghanistan ist reich”

Neben dieser sehr aufschlussreichen Bezeichnung und Herkunft der Geologen, und der Tatsache, dass der Westen wohl plötzlich wieder Interesse an seinem Afghanistan-Abenteuer findet, ist die nächste interessante Tatsache, dass die Chinesen wesentlich schneller waren und mit den entsprechenden afghanischen Stellen schon vor geraumer Zeit die notwendigen Verträge zur Ausbeutung von grossen Kupfervorkommen geschlossen haben.

Allerdings gibt es in Afghanistan noch wesentlich mehr Schätze im Boden, die für die moderne Telekommunikationswirtschaft interessant sind. So schnell wird aus dem “Krieg gegen den Terror” ein “Krieg für Handys”. Nur, wer den führt, ist gerade noch nicht so ganz klar.

Fällt außer mir noch jemand gerade das Köhler-Zitat wieder ein?

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veröffentlicht am 15.June.2010

Supergroup-Schicksal

“The Beatles” haben sich irgendwann aufgelöst, “Led Zeppelin” haben sich irgendwann aufgelöst, “The Police” haben sich irgendwann aufgelöst, und jetzt hat's auch “The Schwarz-Gelbs” erwischt. Zuerst stieg mit R. Koch, der Drummer aus, dann mit H. Köhler, der Bassist, und übrig bleiben im Moment nur noch Westerwelle, der Gitarrist, W. Schäuble, der Keyboarder und A. Merkel, die Frontfrau. 

Gleich das erste gemeinsame Album entwickelte sich zum Mega-Flop. Da groovt nix, die Soli sind total wirr und haben mit den gespielten Stücken oftmals noch nicht mal die Tonart gemeinsam, und wollen sich auch partout nicht in die Arrangements einpassen, die so altbacken und schwülstig sind, wie Bohlen in seiner progressivsten “Brother-irgendwas”-Zeit. Die Frontfrau bastelt Texte dazu, die nach Grönemeyer klingen sollen, aber kurz vor “Klaus & Klaus” enden, mit einer Stimme, die Nena Lena als Stimmwunder erscheinen lässt.

Vielleicht machen die jetzt als “Trio” weiter und covern “Da da da”. Käme inhaltlich hin und würde den musikalischen Fähigkeiten der Kombo entsprechen. Allerdings haben die sich ja auch schon aufgelöst.

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veröffentlicht am 1.June.2010

Ich will die Monarchie zurück

Manchmal wünsche ich mir die Monarchie zurück. Die gute alte Vollzeit-Monarchie. Nicht so ‘ne demokratisierte Abklatsch-Monarchie, wie bei den Inselsachsen. So 'ne echte. Einen Monarch (von mir aus auch eine -archin), der einigermaßen fernsehtauglich daherkommt, die Grundrechenarten beherrscht, und – der oder die – in einem fetten Palast sitzt, und ausser der Blutlinie überhaupt keine weitere Qualifikation für den Job aufweist.

Da ist doch die Erwartungshaltung so was von einfach umrissen:

Tritt so ein Monarch nämlich vor die Öffentlichkeit und sagt irgendwas von wegen Krieg gegen diese oder jene, dann meint der immer: Krieg für Kapital! “Aha!”, sagt sich der Untertan, die MonArsch(en)kasse wird langsam klamm! An was anderes denkt der sowieso nicht. Das war schon immer so. Einfach und klar.

Der Monarch ist genervt und dem Volk geht die Wurst aus. Der König muss die Klamotten vom Vorjahr wieder auftragen, und der amtliche Weise tritt vor’s Volk und sagt: “Die da (Fingerzeig!) sind schuld.” Das ist dann ab sofort der Gegner. Klar und einfach.

Der Chef sagt “Krieg” und wir ziehen alle also schön mit. Bewegung tut gut, und wenn wir gewinnen tun, dann tut’s uns nochmal gut. Jedenfalls tut’s denen gut, die übrig bleiben, wenn wir uns alle doll anstrengen und im korreken Verhältnis zum Ergebnis, für'n Sieg sterben. Gefragt werden wir sowieso nicht und meckern hilft auch nicht, weil, ist ja Monarchie, nix Demokratie. Klar soweit?

Haben die anderen dann planmäßig verloren, wissen die automatisch, dass sie unseren Chef jetzt gut finden müssen. Sie bauen ein paar Statuen in die Landschaft, und der Titel vom Monarch wird noch ein wenig länger.

Oder aber, es läuft wider Erwarten dann doch alles ziemlich kacke, dann macht man mal eben derbe Revolution, zerrt den MonArsch auf die Gasse und zack! – Rübe ab. Zu den Gegnern sagt man: “Problem gelöst, wir haben den MonArsch beseitigt. War alles ein Missverständnis. Diese Adeligen, pfffhh … Nix für ungut. Macht’s man gut, bis demnächst.”

Danach sucht man dann in aller Ruhe ‘nen Nachfolger aus: “Der nächste bitte! Was? Ja, die Klamotten werden gestellt, die Wohnung auch, aber für allen weiteren Scheiss haftest Du mit Deinem Leben. Willst Du den Job? Ok.” Der König ist tot, es lebe der König.

Das is' alles schön überschaubar und nachvollziehbar.

Nur bei uns ist’s wieder mal kompliziert. Wir haben gewählte Volksvertreter und einen gewählten Volksrepräsentanten, der sich Präsident nennt. Wir sind die Bürger, quasi der Souverän, oder “Schwarm-Monarch”, und deshalb wird das “Wir ziehen-in-den-Krieg-und-verhauen-wen”, erst ziemlich kompliziert ausformuliert (denn so darf man’s nicht nennen), in mehreren Waschgängen humanisiert und weichgespült, und dann halbherzig in Gang gesetzt. Auf jeder abgefeuerten Kugel steht dann so was wie: “Sorry, eigentlich haben wir Euch dolle lieb. Das ist alles ein grosses Missverständnis. Lasst uns Schulen bauen.” Auf jedem Sarg, der in die Heimat zurückkommt steht: “Sorry, im Krieg wäre er ein Held gewesen. Das hier war ein Unfall. Gibt deshalb etwas weniger Rente. Sorry.”

Egal, solange wir wissen, was gut für Euch ist, ist das alles gut für Euch. Doch, echt jetzt. Ihr versteht das vielleicht nicht im Moment, aber … das wird schon. Wir sind ja noch was da.

Sagt jetzt aber ein gewählter Präsident einer Demokratie, wie der unseren, jetzt aber so was ordinäres, wie:

“Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.” (aus BUNDESWEHR Militäreinsatz für deutsche Wirtschaftsinteressen? – zeit.de)

Ja, dann kann man das durchaus so verstehen:

“Köhler hat offen gesagt, was nicht zu leugnen ist. In Afghanistan riskieren Bundeswehr-Soldaten Gesundheit und Leben für die Exportinteressen riesiger Konzerne.” (Linkspartei-Chef Klaus Ernst) (aus BUNDESWEHR Militäreinsatz für deutsche Wirtschaftsinteressen? – zeit.de)

Na ja, da darf man dem Köhler eigentlich doch wirklich nicht gram sein, wenn ihm mal unbeabsichtigt die politische Wahrheit zum Leben und Sterben für die Bankenkohle rausrutscht. Der sagt, was andere denken. By the way, dem Köhler rutscht ja öfter mal was raus:

Das Zeug zum Monarch hätte er damit ja …

Zurück zum Thema: Nee! Das ist blöd! Ich möchte das nicht kaufen!

In einer Demokratie sprechen die Volksvertreter auch für mich – und für Dich! Will ich das, was der Köhler da ausformuliert hat? Will ich, dass meine Mitmenschen für globale Konzerne in den Krieg ziehen? Nein! Das ist echt kacke. Deren Vorsitzende tragen keine Kronen, haben keine Gesichter, und haben ihre Paläste überall, nur nicht bei uns, und von der Kriegs-Kohle sieht hier auch keiner mehr was. Den DAX am Hindukusch verteidigen, wer will das schon?

Schlimmer noch: Köpfen, wenn’s schiefgeht, kann man heute auch niemand mehr. In einer Demokratie sind das echt zu viele Köpfe. Die eigenen Aktien rauschen auch in den Keller, wenn man mal per Guillotinierung eine Vorstandsetage verschlanken würde. Die Börse spielt zwar dauerhaft das Stück “Des Kaisers neue Kleider”, aber die wechseln täglich die Schauspieler und haben noch nicht mal einen Regisseur. Das' is' doch auch kacke.

Wir haben keinen König mehr, wir haben nur noch einen bewaffneten Handlungsreisenden.

Georg Schramm hat das schon früh alles erkannt:

Nein, das will ich alles nicht. Krieg für Kapital! Nein, das will ich nicht. Auch keinen “Krieg für Öl”, wie man das Ganze bei den Amis so nennt. Nein, das will ich auch nicht.

Ich will ja gar nicht viel. Ich will Ehrlichkeit, Offenheit, Fairness, Brüderlichkeit, ein Auto, einen PeCee, Facebook, ab und an mal 3D-Kino und Ganzjahresbad, Öko-Bananen, …

In diesem Sinne: Der König ist tot, es lebe die Aktie.

… und schafft mir endlich einen MonArsch her, mein Gewissen macht schon Überstunden …

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veröffentlicht am 28.May.2010