Meine Damen und Herren, liebe Kinder,
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Es sendet auch außerhalb der internetüblichen Sendezeiten - zwischen 22 und 6 Uhr - Beiträge zu Intelligenz-Dilettantismus und Missverständlosigkeiten.

 

An alle privatwirtschaftlichen Jugendschützer mit monetärem Eigeninteresse: Ich kam schon abgemahnt auf die Welt, aber auch mir ist klar: Platz für Gier ist im kleinsten Hirn!

 

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Abgelegt unter: Fun

Aus dem Leben eines Superhelden - #290112

Superhelden. Sie haben’s näher zur Toilette als andere, und der nächste Superschurke ist nur eine Comicseite weit weg – könnte man meinen. Stimmt aber nicht. Der ärgste Feind des Superhelden ist die Normalität. Glaubt mir, ich weiß wovon ich rede.

Kapitel 4

Untertitel: Da nahm er seine Antworten, teilte sie und verteilte sie unter den Bedürftigen.

Ich bin ein grosses Missverständnis und ich missverstehe konsequent. Ich antworte auf Fragen, die keiner gestellt hat. Ich bin ein Superheld. Meine Superkräfte sind derart vielfältig, dass ich den Überblick verloren habe, und selbst das ist eine Superkraft, denn es macht mir absolut nix aus, keinen Überblick zu haben. Ich bin ein Verzweifelter, denn ich zweifele ständig. Manchmal wird’s richtig schlimm, dann dreifele, vierfele und fünfele ich sogar. Nur sächseln tu' ich nicht. Alles hat Grenzen.

  • Ihr braucht Antworten, aber zu Hause sind alle Vorräte aufgebraucht? Ihr hättet gerne Fragen, wisst aber nicht, wie wo Ihr welche her kriegt? Klickt hier und Euch wird geholfen werden. Klickt jetzt oder jetzt: Interview mit jo jmatic – intervu

#Superhelden #dieganzeWahrheit #Fortsetzungfolgt #sinnlos #iminternet #stopmakingsense #Fun #Humor

PS: Also, aber spätestens jetzt solltet Ihr klicken: Der Klick für Zweifler und ZUspätkommer.

Internetgeschichte für umme - #240112

Internetgeschichte für Dumme – #240112

Eine kurze Geschichte des Internet. Unverständliches – wie selbstverständlich, umständlich in verständliche Worte verpackt.

Früher sahen Rechenmaschinen, heute gerne auch Computer genannt, völlig anders aus. Nämlich so:

Elise Daniels with the Street Performers, Avedon « Iconic Photos

Elise Daniels with the Street Performers, Avedon « Iconic Photos

Auf diesem Blockbild sehen sie (v.l.n.r.) den (dicke) ARM(e)-Prozessor, Teile der Soundkarte, die ergonomisch geformte Maus, und das um 180° drehbare Display.

Das System war luftgekühlt und modular aufgebaut. Wie gut zu sehen ist, versorgte die Maschine eine große Menge an Prozessen mit Input.

Nicht im Bild zu sehen ist das Speichermedium – von dem auch dieser Screenshot stammt – welches in diesem Falle eine Wechselplattenspeichereinheit mit optischer Speichertechnik war. Der damalige Festplattentreiber war in der überwiegenden Mehrzahl mit einem Moustache-Filter und manueller Blitzbustechnologie ausgestattet.

Historiker erklären, dass schon hier deutlich ein erfolgreicher Grundgedanke des Computerdesigns zu erkennen ist: Hard- und Software stammen aus einer Hand und sind damit ideal auf das soziale netzwerken vorbereitet.

#Internet #und #Computer #sorichtigverstehentuichdasjabisheutenicht #egal

#fun #humor #stopmakingsense #internetgeschichte

Neues von den nicht existierenden Reihen - #200112

GIF Peanut Butter.com – gifpeanutbutter: a place with organized gifs. on we heart it / visual bookmark #21426796

jo hat sich im großen weiten Digitalen eine Glücksnuss speziell für Freitage gesucht und teilt ihren erhabenen und weisen Inhalt mit Euch, so lange das noch erlaubt ist:

Einfach mal ordinär sein, wenn jemand freundlich zu dir ist. Das lockert die Stimmung und heizt die Schultergelenksmuskulatur an.

  • aus der nicht existierenden Reihe in der Diaspora: »Oder war das vielleicht umgekehrt? Ich fühl' mich immer so unsicher in Moral- und Anatomiefragen.«

fookyou #fookme #bleibbeimbeleidigenbeimsie #vokaltagterror #glücksnuss #fun #humor #stopmakingsense

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Neues von den nicht existierenden Reihen - 150112

Quelle: (Bild) – netcrap in a soup

Heute im Angebot: eine handverlesene Glücksnuss aus eigenem Anbau und mit Weisheiten und Mixedpixel aus garantiert ökologischem Unterbau:

»Wichtig ist, was am Ende raus kommt.«

  • aus der nicht existierenden Reihe in der Diaspora: »Oh! Das pixelt so schön auf der Zunge.«

#fußballerweisheiten #blindetrainertreffenauchmaleinkorn #wennallesamarschist #mussdasjanochnixschlimmesmeinen #Fun #humor #stopmakingsense

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Frontberichte vom Leben - 02.01.12

Frontberichte vom Leben – 02.01.12 +++

Der Weltuntergang kann kommen. Ich hab' Backups gemacht.

tl;dr –> Ehrlich, bei diesem Thema kann ich Euch »Ich-hab-keine-Zeit-Fuzzies« sogar verstehen. Ich geb' Euch trotzdem kein Futter. Lest, oder lasst es.

Na, welche Spiele habt Ihr Silvester so gespielt? Wir haben nur eins gespielt: Saufen. Wer als erster voll ist, kotzt auf dem Weg zur Toilette in Pfeilform, damit die anderen später den Weg finden.

Ihr findet das ekelhaft. Also, bitte! Ehrlich!? Im Angesicht des bevorstehenden Weltuntergangs wird man ja nochmal seine geheimsten Phantasien ausleben dürfen. Ich schreibe das sogar in Facebook. Das kann von mir aus sogar mein Chef lesen. Bevor ich in Hartz IV rutsche ist eh alles vorbei.

Die Vorboten des Weltuntergangs merkt man ja schon überall. Zum Beispiel macht 2012 ja offensichtlich jetzt schon einiges anders als seine Vorgänger. Alleine die Nummer mit den Frühlingstemperaturen ist ja mal rotzfrech. Will sich wohl mit zweistelligen Temperaturen bei uns einschleimen, das 2012. Wird wahrscheinlich auch ein Wahnsinnsfrühjahr und einen Supersommer hinlegen, das 2012. Aber Freunde, das dicke Ende kommt am Ende. Ich sag’s nochmal: Weltuntergang und so.

Es gibt noch vielmehr eindeutige Anzeichen. Die klügste Band der Welt, Ihr wisst schon, das sind die, die vor Jahren hier das Religionsmonopol gebrochen haben übernommen haben: »Die Ärzte«. Die nämlich nennen ihre neue Tour »Das Ende ist noch nicht vorbei« und kündigen für 2013 eine längere Pause an. Haha, sehr witzig. Sinn- und augenfälliger geht’s ja nun wirklich nicht. Obwohl ja viele Ärztefans noch über diese Titel grübeln, und über deren Bedeutung spekulieren. Kleiner Tipp für die Betroffenen: »Maja» heißt rückwärts gelesen »Die Ärzte«. Echt jetzt.

Wird ja aber auch Zeit für Weltuntergang, oder!? Wieviel Alkohol soll man denn noch trinken? Wir haben eine Kanzlerin, die den Euro rettet, statt eine lebenswerte Gesellschaft zu bauen. Wir haben einen Präsidenten, der die BILD für ein seriöses, vertrauenswürdiges Presseorgan hält. Jopi Heesters ist tot und Dieter Bohlen … Großes Spaghettimonster, wenn ich mir vorstelle, dass der Präsidentenposten demnächst vakant wird und jemand kommt auf die Idee, den Dieter … Mir wird gerade schlecht. Gute Güte, das dauert ja noch so lange bis Dezember 2012!?

Obwohl man ja schon weiß, wie die Welt untergeht. Also, zumindest, wie sie hier bei uns untergeht. Das übernimmt nämlich ein Supervulkan hier in Europa: The Supervolcano That Can Devastate Europe Is Showing Signs of Awakening.

Ja, da staunt der Pfarrer und die Gemeinde wundert sich. Da haben die Majas sauberer recherchiert, als die Bibelschreiber damals: von dem Untergangsding mit Vulkan steht nämlich nix im Christenzentralorgan.

Ich glaube ja, dass dies ein schweres letztes Jahr gerade für uns Deutsche wird. Ist doch völlig klar, warum KT zu Guttenberg sich so mit seinem Comeback beeilt: der will vorm Weltuntergang nochmal ran. Das ist der seinem Hochhaus-Ego schuldig. Wahrscheinlich wird der Gabriel auch auf vorgezogene Neuwahlen hinarbeiten. Der will auch nochmal ran. Den Revoluzzern im Nahen Osten müsste man auch Bescheid geben. Das muss jetzt alles ein wenig schneller gehen, wenn die Erde demokratisch untergehen soll.

Meine persönlichen Ängste vorm Weltuntergang hab' ich aber auch noch nicht verarbeitet. Das muss ich zugeben. Ich persönlich hab' ja zum Beispiel wirklich Angst davor, dass der FC Bayern der letzte Bundesligameister wird. Ehrlich, dass geht gar nicht. Oder! Noch viel schlimmer: Ich muss der Bundeskanzlerette vielleicht Abbitte leisten, weil ich immer so auf ihrem »alternativlos« rum hacke. Dabei hat die Frau wahrscheinlich das absolut richtigste und treffendste Wort im Zusammenhang mit dem Weltuntergang erfunden. Verdammt. Das tut weh. Ich will der nicht recht geben müssen.

Im Moment beruhige ich mich noch damit: Weltuntergang ist nicht schlimm. Ist wie Sendeschluß. Das hatten wir früher dauernd.

#2012 #Weltuntergang #gibtschlimmeres #Hämorrhoiden #zumbeispiel #Fun #Humor #stopmakingsense

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Frontberichte vom Leben - 22.12.11

tl;dr –> Alles wird gut – irgendwie irgendwo. Ich darf jammern. Steht in der Verfassung im Grundgesetz.

Liebes Internettagebuch, es ist niederschmetternd: auch die längste Nacht endete zu früh für mich.

Trotzdem glaube ich, dass das ein Wendepunkt ist. Alles wird wieder besser und heller werden. Hilft mir nur jetzt nix – bin müde. Mir fallen die Augen zu. Da helfen auch die Kreditklemmen nicht, von denen die jetzt alle reden. Ich seh’s doch gerade vor mir: kommen doch nur niedrige Zinssätze raus. Wer will denn so was lesen?

Eigentlich könnt' ich ja weiter schlafen und darauf vertrauen, dass meine gewählten Volksvertreter die Augen für mich offen halten und für den rechten umfassenden Weitblick sogar schwindelnde Höhen erklimmen, z. B. den Guttenberg. Die verstehen das System aber nicht richtig: denn der Politeusen-Blick ist dort oben, wo die Luft zu dünn zum denken atmen ist, immer schön in die Ferne gerichtet, darum merkelt auch keiner was von der bedingungslosen Grundmüdigkeit auf der Talsohle.

Ach egal. Interessiert ja eh keinen, was ich schreibe, hier auf’m Internet-Land, in der Diaspora, wo sich schon nicht mal mehr Wulff und Unternehmer gute Nacht sagen. Dabei sollten sich die Großstadtfuzzies an uns hier auf’m Land ein Beispiel nehmen: unsere Banken sind gerettet. Und wer hat’s getan? Der Gemeindediener – ganz allein.


Heimat – jo.jmatic – Picasa-Webalben

Der Mann weiß, wo man die Hebel ansetzen muss. »Gemeinde« und »Diener« ? Das erinnert mich an …? Hmmm … Ah ja! Staatsdiener. Tse, Irrsinn, was? Man kann nicht mit ihnen, man kann aber auch nicht ohne sie. Oder?

Jetzt werden die Tage wieder länger. Ja, das Leben ist ein ewiger Kreislauf.


via (Bild) – netcrap in a soup

Neues von den nicht existierenden Reihen - #211211


Design You Trust – Design Blog and Community | Facebook

jo hat im Pixelversum eine Television erfahren. jo hat im Pixelversum eine Television erfahren. jo hat im Pixelversum eine Television erfahren. Sie wiederholt sich andauernd:

Fernsehen bleibt fernsehen, egal, welche Kacke gesendet wird. Oder umgekehrt. Egal.

  • aus der nicht existierenden Reihe in der Diaspora*: »Nein, Herr Gottschalk wird die Weihnachtsansprache nicht übernehmen. Sendet doch eine alte vom Scheel.«

#TV #Kacke #3D #stinktaberleidernochnicht #alleswiederholung #Bundespräsident #Skandalhin #Skandalher #diepensionpasst #immerdasgleichemitdenpolitfuzzies #auchdasisnixneues #Fun #Humor #stopmakingsense #ichbineintag #ichbinaucheiner

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Frontberichte vom Leben - 19.12.11

Weihnachtsmarkt am 4. Adventssonntag.

tl;dr –> Ich war Markt. Weihnachtsmarkt.

Der besinnliche Straßenfastnachtsweihnachts-Wahnsinn hat am letzten Adventssonntag vor Weihnachten seinen massenhysterischen Höhepunkt erreicht – und ich war dabei.

Ja, ich war dabei. Ich habe ihn gesehen, den Pommesbudenbesitzer mit batteriebetriebener selbstbewegter Weihnachtsmannmütze und die Bratwurstfachverkäuferin mit goldenen, aber viel zu kleinen, viel zu eng verschnallten Engelsflügeln. Ein Anblick, der einen überlegen lässt, ob die Dame nebenbei noch zusammen mit Knecht Ruprecht einen Dominaservice an den Weihnachtsfeiertagen anbietet.

Ich hab' dieses Gesamtkunstwerk also betrachtet. Nein, schlimmer: Ich hab' sie angestarrt. Lange Momente hab' ich einfach nur gestarrt. Bis ich durch meine Geruchswahrnehmungen, die der ästhetischen Qualität des optischen Eindrucks angepasst waren, abgelenkt wurde. Ich glaubte, das mittelalte Pommesöl mit hoher Kilometerleistung hätte eine gebrannte-Mandel-Note. Dieses äußerst zweifelhafte Geruchserlebnis wurde durch den Süßwarenstand links nebenan ermöglicht. Aber diese Note war im nächsten Moment schon wieder verschwunden und wurde durch einen penetranten Glühweingeruch vom Stand zur Rechten, zu einem völlig neuen Geruchsinferno ergänzt. Der komplette olfaktorische Overkill trat aber erst ein, als die traditionelle »Süße-Waffel-mit-Kirsch«-Wolke vom Stand gegenüber dieses Inferno komplettierte. Die Geruchsverarbeitungseinheit in meinem Hirn kapitulierte und gab die Empfehlung zum sofortigen Rückzug.

Ich folgte diesem Rat und entfernte mich aus der Ecke der kulinarischen Herausforderungen. In absolut genialer Art und Weise hatten die Planer des Marktes die Streckenführung aber so angelegt, dass man auf dem Weg zur kulinarisch-weihnachtlichen Sinnesinsel in jedem Fall an der Muschelbühne mit lebensgroßer Kripeninstallation vorbei musste. In Endlosschleife lief dort die Weihnachtsgeschichte in einer Soundqualität, die – wahrscheinlich als Kunstgriff – dem Hörer einen Eindruck davon geben sollte, wie schlecht zu Zeiten von Josef und Maria die Langwellenempfänger noch waren. Jedenfalls will ich das glauben, denn ansonsten müsste ich vermuten, dass der örtliche Friedhofsgärtner die Geschichte per Megafon auf ein altes Achtziger-Jahre-Diktiergerät aufgesprochen hat, und das ganze Werk anschließend immer noch Jahr für Jahr auf eine neue Eisenoxyd-Cassette überspielt wird. »Nix wie raus da.«, dachte ich. Raus da bevor die Stelle mit dem Tiergeräuschen wieder kommen konnte. Ich krieg' ja schon bei Horrorfilmen Albträume.

Weiter auf dem Markt: Rote Nikolausmützen all überall. Vermehrt auch in der schon erwähnten batteriebetriebenen Selbsterreger-Variante. Endlos viele Verkaufsstände in Reihe und in Weihnachtsdeko. Ok, das muss man auf einem Weihnachtsmarkt erwarten – aber in Pink!?

Nicht in Pink gehalten waren die kleinen, ebenfalls batteriebetriebenen Santaklausrentierschlitten mit Propeller, die von Verkaufsgestellen baumelten und mit einer derartig abartigen Geschwindigkeit im Kreis rotierten, dass sie wie die NASA-Testmaschinen wirkten, in denen Astronauten hohen G-Kräften ausgesetzt werden. Man schaut fasziniert auf dieses Kreiselmassaker, und wartet wie hypnotisiert darauf, dass die Rentiere gleich im Rudel kotzen. Hohohoo.

Total heimelig waren auch die neuen und an jedem dritten Stand installierten, total weihnachtlichen Mini-Lasershows in grün-rot, … und pink. Sie zeichneten derart irrwitzige Muster auf die Plätze vor den Ständen, dass die Weltraumgefechte bei »Star Wars« wie Kindergeburtstag wirken. Ich nehme an, dass auf den Unterseiten der Geräte Epilepsiewarnungen aufgedruckt sind. Beim Anstarren dieser besinnlichen ADS-Weihnachtsdeko sind spontane Christkind- oder Alienerscheinungen – verstärkt nach dem Genuss von vier bis fünf Glas Glühwein – durchaus wahrscheinlich. Wahrscheinlich war das auch der Grund, warum vor diesen Ständen soviel Betrieb war.

Doch es gab auch Traditionelles: Weihnachtspyramiden, Räuchermänner und -stäbchen, Duftkerzen und Tee. Diese Dinge wurden auch in einem kleinen Stand am Rand des Marktes angeboten, der nur von Kerzen beleuchtet wurde. Stand man direkt davor, konnte man auch die leise Musik vernehmen, die von einem kleinen alten CD-Player ertönte. Es waren Weihnachtslieder. Ja, irgendwie schon Weihnachtslieder, aber offensichtlich gespielt mit Sitar und ähnlichen exotischen Instrumenten, und in Tonarten, deren Namen und Tonvorrat ich nicht wirklich kenne. Egal, alles besser, als die »Techno-Weihnachten-auf-der-Alm«-Geräuschattacken. Den Verkäufer kannte ich sogar. Das war Jupp. Bei Jupp konnte man früher das beste Gras in der Umgebung kaufen. Mei, wie die Zeit vergeht. Jetzt verkauft er Räuchermänner und Weihnachtstee … also, ja … auch … wahrscheinlich.

Nee, ich hab' nix gekauft! Obwohl ich mir nicht sicher war, ob ein Einkauf auf dem Markt nicht grundsätzlich Pflicht ist, und ich beim Verlassen des Geländes von städtischen Ordnungsamtmenschen in Verkleidung (Ständerweihnachtsmützen und Domina-Engelsflügeln) auf korrekten Mindestkonsum hin untersucht werden würde. Ich wurde nicht.

Nee, war nett. Muss man mal mitgemacht haben. Hat mir gefallen, aber das muss nix heißen: Zahnarztbesuche gefallen mir auch.

Weihnachten #Weihnachtsmarkt #Christmas #Nikolaus #Christkind #Frontberichtevomleben #Fun #Humor #stopmakingsense

Frontberichte vom Leben - 15.12.11


Zivi20im20Dienst.jpg (342×451)

Heute, 15.12.11: Mir geht es schlecht. So fühlt man sich also als ausgestorbene Art. Ich habe einen bitteren Geschmack im Mund, und der stammt sicher nicht nur vom gestrigen traditionellen Adventsbiersaufen mit verwahrlosten Musikerkollegen, inklusive anschließender Einlieferungszeremonie bei der Bahnhofsmission, unter lautstarkem Aufzählen und Beweinen früh verstorbener Rocklegenden. Nein, dieser bittere Beigeschmack ist ganz klar auf dieses eine epochale Ereignis zurückzuführen: Meine Art existiert ab heute nicht mehr. Es gibt keine Zivildienstleistenden mehr – es wird sie nie mehr geben.

Ihr wolltet uns nicht mehr. Mit dem heutigen Tag sind wir ausgerottet. Wir schafften es nicht mal auf die Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Keiner demonstrierte für uns bis zur letzten Minute vorm Reichstagsgebäude. Keiner erinnerte heute vorm Kanzleramt an uns. Nicht mal das berühmte Rollenspiel »Du bist mit Deiner Freundin im Wald, plötzlich kommen drei wilde Russen auf Euch zu, und wollen dich deine Freundin vergewaltigen. Benutzt du deine Kalaschnikov – ja oder nein?«*, wurde vor irgendwelchen Altenheimen aufgeführt. Nichts.

Der Zivi – eine ganze Art ausgerottet, samt der wunderbaren Vielfalt ihrer Unterarten: der Urinkellner, der Rollischubser, die Breispritze, Doktor Geschmacklos auf Rädern, die Zivilette, Hausmeister light und der Windelmuli – alle weg. Es wird keinen unserer Art mehr geben. Einst wanderten zigzehntausende unserer Art durch die weiten Ebenen und Flure von bundesdeutschen Krankenhäusern und Altenheimen. Millionen Liter von Urin wurden durch uns in die richtigen Kanäle geleitet und Abermillionen Rollikilometer wurden von uns friedlichen Dienstleistern auf dem Weg ins Café X und Park Y zusammengeschoben.

Jetzt ist er nicht mehr, der Zivi. Ausgestorben, wie die Dinosaurier. Ausgestorben und vom gleichen Schicksal bedroht, wie die Dinosaurier. Man lässt seine Überreste nämlich nicht friedlich ruhen. Man will ihn klonen. Ich sage nur: Zivirassic Park! Man erschafft den »Bufi«, den Bundesfreiwilligendienstleistenden, indem man in den Urinsteinablagerungen auf Mitarbeitertoiletten das unvollständige Genmaterial des Kriegsdienstverweigerers isoliert und dann die fehlenden Sequenzen mit »Keine-Ahnung-was-ich-treiben-soll«-Genen auffüllt. Wie diese Geschichten ausgehen, wissen wir. Wahrscheinlich werden diese Klone Infusionen aus Urinflaschen legen und komplette »Essen-auf-Rädern«-Lieferungen vorm örtlichen McDonalds abkippen.

Ich gehe jetzt in den Keller und suche die alte Urinflasche, die ich damals aus sentimentalen Gründen mitgenommen habe. Da passt locker eine Flache Wodka rein. It’s desinfection, baby! Wenn schon keiner um meine Art weint, dann wenigstens ich.

Zivildienstleistende #Bundesfreiwilligendienstleistenden #Frontberichtevomleben #Fun #Humor #stopmakingsense

* = Ja, »Gruppensex« war eine der möglichen Antworten, aber doch nicht die taktisch sinnvollste.

Aus dem Leben eines Superhelden - Kapitel 3

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Aus dem Leben eines Superhelden

Superhelden. Sie haben’s näher zur Toilette als andere, und der nächste Superschurke ist nur eine Comicseite weit weg – könnte man meinen. Stimmt aber nicht. Der ärgste Feind des Superhelden ist die Normalität. Glaubt mir, ich weiß wovon ich rede.

Kapitel 3

Untertitel: Dein Cape stinkt nach Fisch. Du solltest Aufträge von der Fischereiinnung einfach nicht mehr annehmen. Das schadet Deinem Image.

Ich erinnere mich noch daran, als ob es gestern war: Mein erstes Superheldenkostüm bestand aus einer verwaschenen, faserigen, und leicht bis mittelschwer löchrigen Wrangler-Jeans, und einem original blassoliven, »garantiert-in-Nam-gewesenen« US-Army-Parker. Darunter ein löchriges Sweat-Shirt auf dem irgendein Südstaaten-Enblem verblasste.

Ich war damals quasi permanent in dieser Montur unterwegs. Ich war ein 24-Stunden-7-Tage-Superheld. Immer im Dienst. Immer den nächsten gesellschaftlichen Fehltritt im Visier, und immer in meinem Superheldenoutfit unterwegs.

Die Welt hatte ich im Griff. Entweder ignorierte ich sie mit meiner Superkraft »Pubertätsignoranz«, oder aber ich verbesserte sie mit meiner Superkraft »Ich-weiss-alles-besser«. Meine Lieblingsgegner in der damaligen Zeit waren meine Lehrer. Das ist allerdings eine andere Geschichte.

Die Welt hatte ich im Griff – bis auf eine Ausnahme: Meine Mutter! Genauer gesagt, meine Mutter und ihre Waschmaschine. Oder, noch detaillierter: Meine Mutter, ihre Waschmaschine, und die unbedingte Absicht dieses teuflischen Duos, mein Superheldenoutfit zu säubern.

Ja, wie ich schon sagte: Die Welt hatte ich im Griff. Meine Mutter nicht! Ich konnte ihr einfach nicht klar machen, dass mein Superheldenkostüm noch keine Reinigung notwendig hatte. Ja ,schlimmer noch, ich konnte ihr nicht klar machen, dass es meinen Ruf total schädigen würde, wenn ich in sauber gestärkten und gebügelten Klamotten den fiesen Schurken dieser Welt und dem ganzen Unrecht dieser Welt (den Lehrern, ihren Noten, den Typen aus den anderen Klassen, und der restlichen Erwachsenengang) gegenüber treten würde. Ich konnte ihr nicht klar machen, dass sogar ein Teil meiner Superkraft, nämlich die unglaubliche supercoole »Coolness«, eng und symbiotisch mit meinem Superheldenoutfit verbunden war. Ich sagte ihr, sie würde mich quasi schutzlos machen.

Es half alles nichts. Meine Mutter verstand mich einfach nicht. Sie konnte die unglaubliche Verantwortung und den schmalen Grat, auf dem man als Superheld wandelt, einfach nicht erkennen. Kurz fragte ich mich, ob mein Kollege Spiderman, den ich bis dahin leider noch nicht persönlich kennengelernt hatte, ähnliche Probleme gehabt hatte. Die Klärung dieser Frage musste ich allerdings auf später verschieben, denn ich hatte jetzt keine Zeit, in meinem riesigen Superhelden-Comic-Archiv zu recherchieren. Gefahr war im Verzug, denn meine Mutter drohte damit, meine Klamotten nachts aus meinem Zimmer zu holen, wenn ich jetzt nicht kooperieren würde. Sie nannte das Kompromiss.

Kompromiss! Das war das falsche Wort zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Der Kompromiss war mein Gegner. Ihn verfolgte und bekämpfte ich, wo es nur ging. Kompromiss war das Gift, dass die Erwachsenen vergiftet hatte. Alle Erwachsenen waren damit vergiftet. Jedenfalls fast alle. Ok. Es gab Ausnahmen. Led Zeppelin, Jimi Hendrix und Bob Dylan. Das war’s aber auch schon. Jedenfalls machte mir dieses Unwort klar, dass ich jetzt bis zum Äußersten gehen musste.

Das war also jetzt der Zeitpunkt, an dem ich zum ersten Mal gegen meine Mutter eine meiner Superkräfte einsetzen würde. Sie ließ mir keine andere Wahl, und ich tat es: Ich senkte meine Augenbrauen, spannte meine Unterkiefer an, und schoss aus meinen Augen einen gebündelten Strahl Supertrotz. Dazu sprach ich die Worte der Macht: »Wenn Du das tust, dann gehe ich und komme nicht wieder.« Danach drehte ich mich um, und ging.

Ich ging, nachdem ich diese ultimative Kraft angewendet hatte, und auch, weil ich eigentlich nicht sehen konnte, und wollte, wie meine Mutter, getroffen von meinem Supertrotz, seelisch verwundet auf den Wäschestapel neben der Waschmaschine sank. Ich wusste ja, was mein Supertrotz anrichten konnte. Mit dieser Fähigkeit hatte ich ja schon damals meine Kindergärtnerinnen völlig fertig gemacht. Zu meiner Entschuldigung kann ich nur sagen, dass ich damals meine Kräfte noch gar nicht kontrollieren konnte.

Ein schlechtes Gewissen hatte ich aber nicht …

Doch! Ich hatte eins. An diesem Tag hielt ich mich von allen Katastrophen dieser Welt fern. Sollte die Welt doch sehen, wie sie einem Tag ohne ihren Superhelden zurecht kam. Sprich, ich schwänzte die Schule. Ich hatte mit mir zu tun. Der Abend zu Hause verlief dann in eisigem Schweigen und ich schlief, während ich mein Comic-Archiv nach Präzedenzfällen durchwühlte, sehr früh ein.

Am nächsten Morgen folgte dann nach dem Erwachen sofort der kontrollierende Blick auf mein Superheldenkostüm, und im gleichen Moment erfassten meine Superaugen den Tatbestand: Sie hatte es getan! Meine Klamotten lagen frisch gewaschen, getrocknet und gebügelt auf meinem Sessel. Mich durchfuhr der unglaublichste, abgrundtiefste, mächtigste, blindmachende Superzorn, den es je auf dieser Welt gegeben hatte. Ich wollte aus dem Zimmer stürmen, hielt dann aber kurz inne, denn ich wollte die Beweisstücke mitnehmen, damit ich sie meiner Mutter vor die Füsse werfen konnte. Beim Umdrehen erkannte ich dann erst den Zettel, der auf meinem Superheldenkostüm lag.

»Mein lieber Superheld, Deine Klamotten sind jetzt gewaschen. Bevor Du jetzt aber aus dem Zimmer stürmst, will ich Dir sagen, dass Deine Klamotten derart löchrig und fadenscheinig sind, dass sie, gewaschen oder nicht, innerhalb der nächsten zwei Monate sowieso auseinanderfallen. Ich biete Dir als Friedensangebot an, morgen mit Dir in die Stadt zu fahren und geeignete, von Dir genehmigte Ersatzkleidung, zu kaufen.

Solltest Du jetzt immer noch aus Deinem Zimmer stürmen wollen, lass DIr vorher gesagt sein, dass mein Angebot trotzdem besteht, und Du Deinen Trotz von mir hast.

In Liebe Mama«

Von heute aus betrachtet, muss ich sagen, dass die Zeit danach mit der ultracoolen »Levis 501« und dem Sweat-Shirt mit »Led-Zeppelin«-Aufdruck, der erfolgreichste meiner bis dahin jungen Superheldenkarriere war – auch mädchentechnisch betrachtet. Ihr wisst, was ich meine.

#Superhelden #dieganzeWahrheit #Fortsetzungfolgt #Pubertät #Klamotten #stopmakingsense #Fun #Humor