Virtu(ell)nwaswirkönnen  - das verspreche ich hiermit der Welt und ihrem Mann, dem Nichts.

E-Post-Brother is watching you

Falls irgendwer schon diese Werbung der deutschen Post gesehen hat, fragt sich vielleicht, ob die Post diesmal wirklich mal eine gute Idee verwirklicht. Ohne viele Worte: Nein, es ist, so wie es ist, keine gute Sache, dieser e-Post-Brief:

Der Dienst E-Post der Deutschen Post AG ist per Nutzungsbedingungen definitiv unbenutzbar. Daran ist faktisch nicht zu rütteln. Eigentlich müsste man jeder Person die Geschäftsfähigkeit per Amtsrichter aberkennen lassen, die sich zu diesem Dienst anmeldet.

(aus: http://rz.koepke.net/2010/07/15/e-post-ist-laut-kleingedrucktem-unbenutzbar/)

Einige kleine Details: Die Post zwingt die Nutzer dieses Dienstes offensichtlich dazu, jeden Tag ihren Maileingang zu prüfen.

[...] hier möchte die Post ihren Service vor allem für Großkunden aufwerten, nach dem Motto: „Verschick doch Deine Kündigungsfristen über uns – wenn ein Kunde im Urlaub seine Mails nicht checkt (und das werden die Wenigsten), dann hat er halt Pech gehabt!“

Die Post ermöglicht durch bestimmte Passagen in der entsprechenden AGB, dass Adresshändler die Adressen von e-Post-Kunden kaufen können.

Auch das Briefgeheimnis existiert beim e-Post-Brief nicht, denn:

Der E-Brief genießt nicht den Schutz des Briefgeheimnisses, so Thomas Stadler. Nach der Rechtsprechung des BVerfG unterliege er nur dem Fernmeldegeheimnis und ist damit allenfalls so geschützt wie eine Postkarte. (aus: http://rz.koepke.net/2010/07/15/e-post-ist-laut-kleingedrucktem-unbenutzbar/

Informiere sich, wer will, in diesen Artikeln detailliert über diesen Clou der deutschen Post: 

 

Der E-Postbrief - Die gelbe Gefahr und E-Post ist laut Kleingedrucktem unbenutzbar.

Wer Mails wirklich geschützt versenden will, der schaue hier rein: http://www.selbstdatenschutz.info/e-mail_verschluesseln/

Ansonsten bemühen wir uns einfach weiterhin immer die kleinen Löcher im System zu finden. ;)

abgelegt unter  //   Datenschutz   De-Mail   Post  
Loading mentions Retweet  //   //   Buzz this //  Add to diigo  per Diigo teilen
veröffentlicht am 27.July.2010
// 6 Kommentar/e

jo$ streetview

Spät, kömmt er, doch er kömmt, der kleine Einminüter ("jo$ streetview") für's Projekt Xaeon.

Unglaublich viel Unfug, Desinformation und Stimmungsmache ist mit den Stichworten "Streetview", "Privatsphäre" und "Datenschutz" mittlerweile verbunden - und hier schön zusammengefasst zu erlesen. Sogar in kleinen lokalen Bad Kreuznacher Blättern werden hanebüchene Thesen und nutzloses Halbwissen weiter gegeben (leider nicht online zu erlesen). 
Das hat mich in diesem Fall dann doch ein wenig aufgeschreckt, denn es zeigt, wie dünn die Decke der Information hier in Deutschland zum Thema Datenschutz wirklich ist. Es zeigt, wie wichtig die Fassaden sind, unabhängig davon, was dahinter steckt. Fassaden in Straßen. Fassaden vor Unwissen. Fassaden für Werte. Fassadengesellschaft. 
Auch der Kapitalismus weiß sich dessen zu bedienen, hinter mancher bürgerlichen Prachtfassade liegen nur Schutt und Trümmer.
Dieser Hauch von Betrug ist der Fassade daher in die Wiege gelegt. Im Brockhaus heißt es dazu ganz trocken: „Die Fassade entspricht häufig nicht dem dahinter liegenden Raum“
aus "Fassade Mensch"
 
Wir perfektionieren unsere Fassaden. Wir weisen ihnen Wert zu. Da kann dann schonmal einer, der sie respektlos in Daten verwandelt, Stress mit uns kriegen.
 

Sollten wir nicht eher mit den Fassaden Probleme haben, als mit denen, die sie fotografieren?

„Wenn sich nicht spontan, unbekümmert um die eigenen Abhängigkeiten, der Widerstand gegen die Fassade regte, so wären Gedanken und Tätigkeit triste Kopie“ (Theodor W. Adorno: Ästhetische Theorie, 1966, S. 49).

 

abgelegt unter  //   Bad Kreuznach   Datenschutz   Gesellschaft   Google   Streetview   Xaeon  
Loading mentions Retweet  //   //   Buzz this //  Add to diigo  per Diigo teilen
veröffentlicht am 7.May.2010
// 0 Kommentar/e

Der dEUtsche Weg

Wie Brüssel in die Bürgerrechte eingreift

... ist der blanke Horror, wenn man diesen Artikel in ZEIT ONLINE liest. Die Vorratsdatenspeicherung wurde in dieser Woche vom Bundesverfassungsgericht gestoppt. Ich vermute mal, dass den Richtern in den verfassungsgerichtlichen Hinterzimmern die Haare zu Berge standen, erstens wegen der schlampigen Umsetzung des Gesetzes und zweitens, wie sich jetzt herausstellt, wegen der katastrophalen Vorgaben der EU. Das Gesetz widerspricht dem Fernmeldegesetz ebenso, wie dem Grundgesetz. Ach, scheiss drauf, der ganze Mist widerspricht völlig dem gesunden Menschenverstand.

Mit einigen Jahren Verspätung fragen sich jetzt immer mehr EU-Staaten, was für eine Regelung sie damit eigentlich in die Welt gesetzt haben und welche weiteren Eingriffe in die Bürgerrechte der Lissabon-Vertrag möglich macht. Die Vorratsdatenspeicherung ist  obwohl lange vor Inkrafttreten des Vertrags im vergangen Herbst beschlossen – ein Lehrbeispiel dafür, auf welchen Wegen und von welchen Interessen gelenkt in Zukunft verstärkt die individuellen Freiheiten des Bürgers beschnitten werden können.

 

Wieso denke ich gerade an Schillers Zauberlehrling ... ?

Und genau hier beginnt der Fall exemplarisch zu werden für die EU als problematische Rechtssetzungsinstanz. Im Dickicht der Macht- und Gesetzgebungsinstanzen von Brüssel herrscht eine legislative Dynamik, die mit den üblichen Mitteln von Politik und Öffentlichkeit kaum noch zu kontrollieren ist. Daran ändert der Lissabon-Vertrag nichts  im Gegenteil.

Ah ja, deshalb. Da spielen die jeweiligen Regierungen aus rein stimmungstechnischen Gründen mit den unausgegorenen EU-Mechanismen, bis die Maschine an allen Ecken und Enden ächzt und kracht. Allerdings ist es aber nicht so, dass die jeweilige Bundesregierung unbedingt die EU, braucht um richtig Dünnschiss zu produzieren. Nein. Das geht auch in deutscher Handarbeit: Denke ich an Zensursula, kriege ich jetzt noch den heiligen Zorn, und mir fällt dazu nur eins ein: Der Furz!

 

[Video: Der Furz - Georg Kreisler]
Wie schreibt plant agoo in diesem Buzz: “Nach den Erfahrungen der letzten Jahre, bin ich eigentlich dafür, dass nicht der Bundespräsident die Gesetze unterschreibt sondern diese gleich vom Bundesverfassungsgericht freizugeben sind. Das würde/hätte uns einiges ersparen/t.

Ja, da kann man nur zustimmen. Ach ja, und wo ich gerade dabei bin:
[Video: Georg Kreisler - Kapitalistenlied]
“Ja, wer sagt denn, dass ich auch wirklich schiessen muss, weil ich heutzutag' einen Revolver trag'. Ja, wo seht ihr da denn einen Zusammenhang, weil ich “Hände hoch” von Euch verlang'.”
Falls dieses Netz, dieses ganze Social-Gedöhnse zu irgendwas taugt, dann müssen sich die User jetzt in ganz Europa zur einer Netzgemeinde entwickeln, und diese ahnungslose Politikergeneration der offensichtlich “zu-früh-Geborenen”, an der Hand nehmen, und endlich mal ins Netz führen. Genauso müssen aber auch die “ins-Netz-Geborenen” endlich lernen, dass das Netz ein öffentlicher Platz (und ein riesengrosser dazu) ist, und ich mich dort entsprechend zu verhalten habe. Das Netz ist zu 99% Marktplatz, und somit öffentlich, einsehbar, ein Gemeinwesen, im Wortsinne.
Ich habe meine jmatic.eu-Domain mit gutem Grund belegt. Ich bin Europäer. Ich sehe mich als Europäer. Ich glaube, dass die allermeisten Probleme dieser Welt nur in großen Zusammenhängen zu sehen und zu lösen sind. Diese Probleme sind teilweise neu und sehr kompliziert. Das darf nicht in den Händen von Politikern bleiben, die nur in Legislaturperioden denken.
Der dEUtsche Weg darf das nicht sein:
[Video: Georg Kreisler - Als der Zirkus in Flammen stand]

abgelegt unter  //   Datenschutz   EU   Gesellschaft   Politik  
Loading mentions Retweet  //   //   Buzz this //  Add to diigo  per Diigo teilen
veröffentlicht am 5.March.2010
// 2 Kommentar/e

Doppelmoral

Was die Kritik am Eingriff in die Privatsphäre angeht, so gewinnt sie nicht gerade durch den Umstand an Glaubwürdigkeit, dass sie gerade von denjenigen vortragen wird, die es mit der Privatsphäre der Bürger selbst nicht so genau nehmen.

Gut gesagt, Herr Bökenkamp

Der oben verlinkte Artikel passt wie die Faust auf's Auge zu meinem Geschreibsel: Naivität schmerzt später.

Herr Bökenkampd bringt's aber noch viel besser auf den Punkt:

 

Aigner erklärte zu „StreetView“, die „flächendeckende Fotoaktion ist nichts anderes als eine millionenfache Verletzung der Privatsphäre.“ Das sagt dieselbe Ministerin, die den Erwerb gestohlener Bankdaten damit rechtfertigte, dass „alle Hebel in Bewegung“ gesetzt werden müssten, um der Steuerhinterziehung beizukommen. Da drängt sich die Frage auf, was ist eigentlich intimer, die Außenfassade eines Wohnhauses oder die privaten Bankdaten?

Ich sag's nochmal: Macht bei der populären Dorfsaujagd mit und verbietet Google, aber glaubt doch bitte nicht, dass wir damit in irgendeiner Art und Weise Privatsphäre retten. Was ist das überhaupt genau? Gibt es “die Privatsphäre” in simpler, übergeordneter Weise überhaupt?

abgelegt unter  //   Datenschutz   Google   Politik   Privatsphäre  
Loading mentions Retweet  //   //   Buzz this //  Add to diigo  per Diigo teilen
veröffentlicht am 15.February.2010
// 2 Kommentar/e

Naivität schmerzt später

“Critics on the telecommunications data retention in front of the Reichstag”
This image was originally posted to Flickr by ozeflyer at http://flickr.com/photos/34951619@N00/463836941.
It was confirmed to be licensed under the terms of the cc-by-2.0.

 Wie naiv kann man eigentlich sein? Falls Frau Aigner wirklich glaubt, was im nachfolgenden Zitat steht, würde meine nächste Frage an die Dame sein, seit wann sie die tatsächliche Existenz von Christkind, Weihnachtsmann, Osterhase, dem Yeti und Captain Jack Sparrow in Erwägung zieht.

[...]Ilse Aigner (CSU) gegenüber FOCUS. „Ich wehre mich gegen diese Form der Entblößung. Kein Geheimdienst dieser Welt würde so ungeniert auf Bilderjagd gehen.[...]
via focus.de

Allerdings wundert mich die Aussage der Frau Aigner nicht, denn sie meint auch:

“Google ist im Browser integriert, daran kommt man ja kaum vorbei”
via “Ilse Aigner in Google-Panik”

Das ist immerhin schon Internet-Stufe 2 auf der bundesdeutschen “Politiker-verstehen-Internet”-Skala, denn Frau Aigner weiss zumindest schon mal, was ein Browser ist. Das hat sie einigen anderen ihrer Kollegen voraus.

Jetzt mal ganz allgemein zu dieser “Google-Streetview-Frage” und darüber hinaus: Manchmal verstehe ich die Prämissen meiner Mitbürger in dieser Gesellschaft nicht. Sie leben gerne mit Payback- und anderen Glashaus-Karten, füllen Internet-Community-Profile gewissenhaft aus, interessieren sich kaum für Cookie- und andere Tracking-Techniken, sind durch ihr Handy rund um die Uhr bis auf wenige Meter immer geographisch erfassbar, akzeptieren kleine Plastikkarten auf denen ihre komplette medizinische Vita hinterlegt wird und von jedem Depp ausgelesen werden kann, ignorieren in weiten Teilen die überaus wichtige Diskussion zur Vorratsdatenspeicherung, wissen zum großen Teil nicht was das SWIFT-Abkommen ist, aber denken dass Google durch die Straßen fährt und ihre Privatsphäre klaut. So wie die Indianer damals dachten, dass die ersten Fotografen mit den Lichtbildern ihre Seele entführen.

Keine Frage, Google soll Gesichter und Daten verpixeln. Von mir aus verbietet denen auch, durch unser Land zu fahren, wenn Ihr Euch davon etwas versprecht . Ist mir egal. Aber, um Himmels willen, glaubt doch bitte nicht, dass Ihr damit eure Privatsphäre schützt. Die haut Ihr an allen Ecken und Enden freiwillig raus.

Für Eure/unser Politiker ist das sowieso nur ein plakatives, simples und ungefährliches Thema, an dem sie ihr Profil wetzen können.

abgelegt unter  //   Datenschutz   Google   Politik   Streetview  
Loading mentions Retweet  //   //   Buzz this //  Add to diigo  per Diigo teilen
veröffentlicht am 7.February.2010
// 0 Kommentar/e

Ixquick

Ixquick Metasuche

Sie hört sich nach 'ner neuen Kakao-Sorte an. Dabei ist ixquick.com eine nun nicht mehr neue, und auch schon oft vorgestellte, aber doch immer wieder erwähnenswerte Suchmaschine. Das besondere an ihr ist, dass sie keine Daten über Eure/unsere Suchvorgänge speichert; sprich die IP mit der Ihr gerade unterwegs seid, wird nicht nicht gespeichert. Außerdem kann man die gefundenen Adressen über einen Proxy ansurfen, was bedeutet, dass auch bei diesem Vorgang Anonymität gewahrt wird (es werden keine Cookies angelegt).

Ixquick ist eine Metasuchmaschine: Wenn Sie mit Ixquick suchen, verwenden Sie viele beliebte Suchmaschinen zur gleichen Zeit - und zwar anonym. Zusammen decken diese Suchmaschinen das Internet gründlicher ab, als dies eine Suchmaschine allein tun kann

Was Ixquick im Detail alles leistet steht hier.

Die Proxy-Funktion hat aber einige Limitierungen was Javascript und Formulare angeht. Ein Umgehen der Sperre bei Musikvideos ist damit also Zum Beispiel nicht möglich, aber dafür gibt es ja die totsimple Google-Übersetzer-Methode (siehe Beispiel im Artikel: Ab in die Glas-halbvoll-Zone). In diesem Fall könnte man aber auch einfach auf die Video-Suche von Ixquick zugreifen und findet dann das Rodeo-Video von Anis bei Veoh. Fertig. Auch gut.

Ixquick könnt Ihr recht einfach Eurem Browser hinzufügen: Fügen Sie Ixquick Ihrem Browser hinzu

Vergesst mir aber auch Forestle nicht. Gell.

Forestle - Im Internet suchen & Regenwald retten

abgelegt unter  //   Datenschutz   Suchmaschine  
Loading mentions Retweet  //   //   Buzz this //  Add to diigo  per Diigo teilen
veröffentlicht am 28.January.2010
// 0 Kommentar/e

Vertreter der Internetgemeinde

Ja, selbstverständlich nehme ich die Sorgen der Internetgemeinde sehr ernst. Ich habe das immer getan und auch öffentlich deutlich gemacht. Ich befinde mich konstant im Dialog mit Vertretern der Internetgemeinde.
via taz.de

Ich will jetzt und hier sofort wissen, wer das ist: die "Vertreter der Internetgemeinde". Raus mit der Sprache. Meldet Euch.

 

Vielleicht hat dann jeder Mensch eine individuelle IP-Adresse, die so unverwechselbar ist wie seine Telefonnummer?

Wie jetzt? Eintätowiert?

 

Aber von solchen Entwicklungen wissen viele Piraten offenbar gar nichts - jedenfalls diskutieren sie nicht darüber.

Liebe Vertreter der Internetgemeinde, ich weiß ja nicht, wo Ihr mit Frau Zypries im Gespräch seid, aber sicherlich ist es nicht dieser Planet. Wahrscheinlich sogar nicht mal diese Galaxie.

Könntet Ihr sie nicht mal einladen die Erde zu besuchen, und sich ein Bild vor Ort zu machen? Danke.

Loading mentions Retweet  //   //   Buzz this //  Add to diigo  per Diigo teilen
veröffentlicht am 10.September.2009
// 0 Kommentar/e